Ein kleines Café mit veganen Köstlichkeiten, ein mobiles Kosmetikstudio, ein Laden für Kinderkleidung oder der persönliche Coach – immer mehr Frauen entscheiden sich dafür ihr eigener Chef zu sein. Mit 43 Prozent hat die Anzahl der Existenzgründungen durch Frauen in 2013 und 2014 ein Rekordhoch erreicht. Aber Frauen gründen anders als Männer. Und das ist auch gut so! 

Als Selbstständige werde ich immer öfter bei Gründungsfragen zu Rate gezogen. Auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gewinnt das Thema Selbstständigkeit mehr an Bedeutung. Vor drei Jahren war ich noch die Einzige. Mittlerweile haben sich einige meiner Freunde und Bekannte für die Selbstständigkeit entschieden. Die einen haben ihr Angestelltenverhältnis wohlüberlegt beendet und sich mit ihrem Hobby und/oder ihrer Expertise verwirklicht. Andere haben sich für eine Selbstständigkeit im Nebenerwerb entschieden um zeitlich flexibler zu sein und Familie und Beruf besser vereinbaren können. Dabei geht es ihnen mehr darum selbstbestimmt zu arbeiten, als ein hohes Einkommen zu erzielen. Wir Frauen definieren Erfolg anders und uns ist der Aufbau einer stabilen Selbstständigkeit wichtiger. Frauen gründen daher auch ganz anders.

Frauen gründen anders

Frauen durchdenken ihre Idee sorgfältig und brauchen länger bis zur Entscheidung

Die Gedanken um die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit kreisen länger im Kopf herum bevor die Idee endlich ausgesprochen, diskutiert und zu Papier gebracht wird. Oft wird die Idee einfach wieder verworfen oder kommt Jahre später wieder auf den Tisch. Männer machen da eher Nägel mit Köpfen und probieren es einfach aus.

Frauen sind weniger optimistisch und kritischer

Frauen leiden häufiger unter Selbstzweifeln als Männer. Sie haben Angst zu versagen. Sie grübeln mehr und fragen sich, ob sie das wirklich schaffen und kompetent genug sind. Ihre Fähigkeiten unterschätzen sie viel zu oft.

Frauen sind vorsichtiger und planen realistischer

Die Geschäftsplanung bei Frauengründungen wird oft detaillierter ausgearbeitet. Die gesteckten Finanz- und Unternehmensziele sind weniger aggressiv als bei männlichen Gründern. Eine hohe Sicherheitsorientierung und weniger Risikobereitschaft sind erkennbar.

Frauen sind kreativer und flexibler in der Umsetzung ihrer Ideen und der Entwicklung ihrer Selbstständigkeit

Sollte die Umsetzung der Geschäftsidee nicht so klappen wie ursprünglich geplant, so wird fix eine kreative Lösung gefunden. Das Kindercafé läuft nicht so wie gedacht? Warum nicht noch Aktivitäten wie zum Beispiel Backen mit Kindern oder Nähkurse für Kinder anbieten?

Frauen gründen öfter im Nebenerwerb als im Haupterwerb

Obwohl immer noch mehr Frauen im Nebenerwerb gründen, stieg der Anteil an Haupterwerbsgründungen laut dem KfW-Gründungsmonitor in 2014 von 33 % auf 41 %. Die Nebenerwerbsgründungen waren rückläufig. Hier ging die Beteiligung von Frauen von 49 % in 2013 auf 44 % in 2014 zurück.

Frauen entwickeln häufig Geschäftsideen aus ihrer Mutterrolle heraus

Neue Hobbies, neue Interessen, andere Herausforderungen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie führen dazu, dass Frauen neue kreative Geschäftsideen entwickeln, die zur Aufnahme einer selbstständigen Arbeit führen.

Frauen gründen öfter weil sie keine passende Stelle finden

Oft ist es leider auch so, dass Frauen aus der Not heraus gründen. Nicht nur Mütter, auch Arbeitslose und Migrantinnen gründen, weil sie keinen Job auf dem Arbeitsmarkt finden. Sie sehen die Selbstständigkeit als einzige Alternative zur Arbeitslosigkeit und suchen sich so eine passende Beschäftigung.

Frauen netzwerken nachhaltiger

Frauen bewegen sich gerne in Netzwerken mit anderen Frauen und bauen ihre Netzwerke konsequenter aus. Frauen helfen sich in ihren Netzwerken, sie bestärken sich und tauschen sich aus. Oft wird aber auf der gleichen Hierarchie-Ebene genetzwerkt, sodass Frauen weniger als Männer von ihrem Netzwerk „profitieren“.

Frauen haben einen geringeren Kapitalbedarf

Eine Finanzierung bzw. Kapital wird oft nicht benötigt und wenn, dann gehen Frauen vorsichtiger an die Finanzierung heran. Frauen leihen sich eher bzw. lieber Geld in der Familie als bei der Bank.

Frauen haben geringere Wachstumsambitionen

Selbstbestimmt zu arbeiten bzw. sich neben dem Job auch noch um die Familie kümmern zu können, ist für viele Frauen wichtiger als viel Geld zu verdienen. Sie sind mit einem geringeren aber stabileren Einkommen zufrieden.

Frauen gründen eher kleine Unternehmen

Das kleine Café, der Laden mit Kindermode, die Ernährungsberaterin oder ein Yogastudio. Viele Frauen gründen ein kleines Unternehmen oder arbeiten als Freiberuflerinnen. Große Unternehmen werden bisher noch häufiger von Männern gegründet.

 

Die Motive und Ziele aber vor allem auch die Herangehensweise an eine bevorstehende Gründung macht Frauen langfristig zu den erfolgreicheren Gründern.  Wir planen sorgfältiger und versuchen das Risiko weitestgehend zu minimieren. Unsere Qualifikationen und unser Fachwissen sind besser als wir denken und zu oft stehen wir uns selbst im Weg.

Auch ich habe lange überlegt, bis ich endlich all meinen Mut zusammennahm. Ich hatte Selbstzweifel und schrieb viel zu lang an meinem Business Plan. Ich zögerte, machte dann aber doch Nägel mit Köpfen, denn eine Festanstellung war eigentlich keine Alternative. Heute bin ich froh, den Schritt gegangen zu sein.

Frauen gründen anders, das ist aber auch gut so!

Neue Wege entstehen,
indem wir sie gehen.

– Friedrich Wilhelm Nietzsche

Zögerst auch Du noch? Trau Dich und schieb die Selbstzweifel endlich beiseite!

Alles Liebe,

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