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Ich freue mich sehr, dass ich heute Christina Richter als Interview-Gästin bei mir habe und sie ihre Geschichte mit uns teilt.

Christina und ich kennen uns schon ein bisschen länger. Wir haben uns gleich am Anfang ihrer Selbstständigkeit und am Anfang von she-preneur – also 2016 – kennengelernt. Schon damals hat sich Christina sehr für das Thema Frauen und Sichtbarkeit eingesetzt.

Sie hat sich außerdem in den letzten Jahren ein fantastisches Netzwerk aufgebaut.

Sie steht als Expertin auf der Bühne, sie teilt ihr Wissen als Mentorin und sie hat ein Buch geschrieben und veröffentlicht (den Link findest du am Ende des Interviews) und hat dort richtig toole Frauen interviewt.

Christinas Vision ist es, Frauen sichtbar zu machen.

Denn Frauen sind nicht nur auf Bühnen, sondern auch auf Social Media deutlich unterrepräsentiert. Das will Christina mit ihrem 5-köpfigen Team ändern und dadurch mehr weibliche Vorbilder schaffen.

Christina sagt: „Jede Frau, die sich bewusst gegen Sichtbarkeit entscheidet, nimmt mindestens einer anderen Frau ein Vorbild weg.“

Ich freue mich, dass sie wieder Teil der aktuellen she-preneur Mastermind ‚Scale Your Impact ist und ich sie begleiten darf. Denn ihre Geschichte wieder zeigt deutlich, dass alles ein Prozess ist und manche Dinge einfach Zeit brauchen, um ‚von neblig zu glasklar‘ zu werden.

Mehr über Christina und ihre unternehmerische Reise liest du in diesem Interview.

Online-Business Coaching she-preneur Tanja Lenke
Warum brennt dein Herz so sehr für das Thema Frauen und Sichtbarkeit?

Das ist eine sehr gute und wichtige Frage – denn eins meiner grundlegenden Themen ist, dass wir uns alle immer mal die Frage nach dem ‚Warum‘ stellen sollten.

Wenn ich jetzt mein ‚Warum‘ reflektiere (und das tue ich regelmäßig‘, dann komme ich immer auf meine anfängliche berufliche Laufbahn zurück. Ich war die ersten zehn Jahre als PR Managerin / PR Referentin angestellt.

Meine Rolle war immer, den Vorstand oder den Geschäftsführer sichtbar zu machen. Ich habe gerade ganz bewusst nicht gegendert, denn es waren immer Männer.

Das ist mir damals gar nicht so bewusst geworden, bis zu dem Punkt, an dem ich mich selbstständig gemacht habe und das erste Mal eine Frau als Kundin hatte. Eine Führungsfrau, die ich sichtbar machen durfte.

Für mich war das der Zeitpunkt, wo ich festgestellt, dass vor allem in den traditionellen Medien Männer tatsächlich sichtbarer sind als Frauen.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es mehr Experten als Expertinnen in bestimmten Bereichen gibt. Und das war für mich der Punkt, wo ich entschieden habe: Ich möchte gerne Frauen sichtbar machen.

Ich möchte vor allem Frauen darin bestärken, sich mit sich selbst, mit ihren eigenen Themen, mit ihrem eigenen Können zu beschäftigen und dann eben auch mit diesen Themen und mit dieser Expertise sichtbar zu werden. Das ist bis heute mein ‚Warum‘.

 

Wie lange hat es gebraucht, bis du dieses ‚Warum‘ gefunden hast?

Ich glaube, dass das ‚Warum‘ schon sehr früh in meiner Selbstständigkeit da war. Ich habe mich 2015 auf 2016 selbstständig gemacht und zu dem Zeitpunkt hatte ich eben diese Führungsfrau als Kundin.

Ich habe aber noch mal 1 / 2 Jahre gebraucht, bis ich mit dem Finger drauf zeigen konnte und sagen konnte, dass das jetzt wirklich mein Warum ist. Was das auch noch bestärkt hat, war, dass ich zu meiner Anfangszeit als Selbstständige unfassbar viel genäht und Zugang zu sehr vielen Frauennetzwerken gefunden habe.

Dadurch wurde mir immer wieder klar, dass sich Frauen ein bisschen schwerer mit Sichtbarkeit tun. Es gibt sehr viele Missverständnisse, sehr viele Vorurteile. Da gibt’s auch ein sehr zurückhaltendes Mindset und das hat mich dann im Laufe der Zeit immer mehr gestört.

Wobei … ‚gestört‘ ist das falsche Wort. Es hat mich immer wieder getriggert, dass Frauen dem Thema so skeptisch gegenüberstehen. Das hat dann eben dazu geführt, dass ich irgendwann gesagt habe: Okay, das ist es jetzt wirklich, das will ich machen.

Aber das hat ein bisschen gedauert, es war ein Prozess.

 

Du hattest ja auch noch einen anderen Bereich, um den du dich gekümmert hast. Und das war das Thema China.

Ja, das war daran geknüpft, dass die besagte Führungsfrau das Thema ‚Digitales China‘ hatte. Die Zusammenarbeit hat mehrere Jahre gedauert und ich habe dadurch selbst sehr tief in das Thema eintauchen müssen bzw. eintauchen dürfen.

Und mich hat es fasziniert. Mich hat es fasziniert, wie viel digitaler die chinesische Gesellschaft ist als wir und wie experimentierfreudiger sie auch sind.

Zum Beispiel solche Dinge wie Mobile Payment waren da schon viel früher etabliert! Oder dieser banale QR-Code, der bei uns ja eigentlich erst durch Covid richtig Fuß gefasst hat. Das war in China alles schon etabliert und connected.

Und das hat mich persönlich so fasziniert, dass ich dann mit meiner Kundin gemeinsam dieses Thema vorangetrieben habe. Das hat sogar dazu geführt, dass wir dann am Ende in einer Art Partnerschaft zusammengearbeitet haben, gemeinsam auf Bühnen standen, gemeinsam ein Buch rausgebracht haben – und ich habe danach noch ein Buch zum Thema eCommerce in China rausgebracht.

Daraus konnte ich mir eine richtig gute und tiefe Expertise aufbauen, die ich dann auch für mein eigenes Storytelling genutzt habe.

 

Wie ist es dazu gekommen, dass du diesen Switch gemacht und dich für Personal Branding statt China positioniert hast?

Ich kann mich daran erinnern, dass wir beide darüber sehr intensiv gesprochen haben. Ich hatte immer diese Befürchtung, dass ich andere Menschen in irgendeiner Form verlieren würde, wenn ich mich für eine Zielgruppe entscheide.

Mit Sicherheit sind einige abhandengekommen. Aber das war auch nicht schlimm, weil trotzdem viele dabei geblieben und auch viele neue Menschen dazugekommen sind.

Ich weiß, dass ich bis Juni 2020 auf Englisch gepostet habe. Der Schwerpunkt meines Contents drehte sich um Themen rund um Digitales China, eCommerce in China, Innovationen aus China.

Parallel habe ich immer ein bisschen was zu Personal Branding gemacht und ein bisschen was zu meiner unternehmerischen Reise. Aber der Fokus war definitiv digitales China.

Im Juni 2020 habe ich den Schalter umgelegt. Ich habe seitdem nur noch auf Deutsch gepostet, mit einigen Ausnahmen.

Und ich habe mich seither nur noch auf das Thema Sichtbarkeit, Personal Branding, Thought Leadership, Corporate Influencer – also diese ganze Themenwelt, die da zusammenwächst – in meinen Inhalten fokussiert … mit eben dann noch mal einem Fokus auf Frauen.

Man könnte jetzt meinen, dass ich mich damit in eine Nische katapultiert habe und mir dadurch vielleicht Nachteile entstehen könnten. Aber das passierte überhaupt nicht!

Das Interessante ist, dass dieses Thema wirklich sehr floriert und viele Menschen mich eben auch genau mit diesem Thema in Verbindung bringen – dadurch, dass ich den Fokus auf Frauen gelegt habe.

Ich differenziere mich einfach von den vielen anderen zig Personal Branding Experten oder LinkedIn Experten, die es mittlerweile gibt.

Und die Tatsache, dass ich auf Deutsch poste, hat nicht dazu geführt, dass die Menschen, die sich dafür interessieren und die englischsprachig sind, mein Content nicht lesen, sondern sie nutzen Übersetzungstools.

Es kommen auch Männer zu mir, die mich nach einer Zusammenarbeit fragen, weil sie das, was ich mache, spannend finden. Die Dynamik, die Technik dahinter, die ist ja für Männer wie Frauen gleich.

Das heißt, auch das hat nicht dazu geführt, dass ich in irgendeiner Form irgendjemanden verloren hätte, sondern im Gegenteil – ich habe eigentlich nur dazugewonnen.

 

Kannst du nochmal erzählen, wie es dazu gekommen ist (und was in deinem Kopf passiert ist), dich mit deinem Thema auf Personal Branding zu fokussieren?

Es gab verschiedene Aspekte in dem Zusammenhang. Einer lässt sich wieder auf meine Zeit als Angestellte zurückverfolgen (das habe ich erst viel später realisiert). Meine Aufgabe war immer, hinter den Kulissen meinem Vorstand und meinem Geschäftsführer Sichtbarkeit zu ermöglichen.

Das heißt, ich habe wirklich Fäden gezogen und geschaut, dass mein Chef auf den richtigen Bühnen steht und in den richtigen Medien stattfindet.

Als ich angefangen habe, waren es noch klassisch Printmedien, dann kam online dazu und irgendwann dann Social Media. Ich war halt immer die Frau hinter den Kulissen und ich habe das auch nicht hinterfragt. Das war meine Aufgabe, das war meine Rolle.

Ich hatte schon damals ein sehr gutes Netzwerk, nämlich ein Journalistennetzwerk. Aber wenn ich beispielsweise den Job gewechselt habe (und ich habe zweimal auch die Branche gewechselt), dann konnte ich mitunter mit diesen Kontakten nichts mehr anfangen, weil das einfach kein Thema mehr für sie war.

Mitunter haben sie mich dann mit ihren Kollegen und Kolleginnen vernetzt. Aber auch nicht immer. Also lange Rede, kurzer Sinn: Schlussendlich habe ich irgendwann festgestellt, dass ich immer hinter den Kulissen bin, keiner so richtig wusste, was ich eigentlich mache oder was meine Rolle und meine Aufgabe war – und ich auch nicht darüber gesprochen habe.

Und dass ich eigentlich immer nur ein Netzwerk hatte, was der Firma zugute kam, aber nicht mir.

Das hat sich mit dem Schritt in die Selbstständigkeit sehr stark verändert. Ich habe in dem Zuge natürlich auch selber den Schritt in die Sichtbarkeit gehen müssen. Als Angestellte werden dir deine täglichen Aufgaben auf den Tisch gelegt. Als Selbstständige musst du dir deine Kunden und Kundinnen selber suchen.

Ich habe schon immer Personal Branding gemacht. Es hieß nur damals nicht so. Wenn ich mich heute in einem Satz beschreiben soll, dann sage ich immer: Ich mache seit 20 Jahren Menschen sichtbar. Was sich verändert hat, sind die Kanäle – was sich verändert hat, ist so ein bisschen das Verständnis davon.

Wenn ich Menschen sichtbar mache, habe ich ja verschiedene Kanäle: Presse, LinkedIn, Tik Tok, klassische Bühne, you name it. Das Tool, was ich dafür nutzen kann, ist eben Personal Branding.

Für mich kam irgendwann der Punkt, dass ich das jetzt schon so lange mache – und ich erkläre immer jedem, wie’s funktioniert. Warum soll ich nicht meine komplette Sichtbarkeit um dieses Thema herum stricken?

Das war dann schlussendlich auch der Punkt, seit dem ich über das Thema Personal Branding schreibe und alle Themen, die damit zusammenhängen.

Das Thema China ist dann in den Hintergrund geraten. Also ich stecke immernoch in den Themen mit drin, aber ich spreche nicht mehr öffentlich darüber und das ist auch völlig fein.

 

Ihr habt jetzt vor kurzem ein weiteres Produkt entwickelt: Eine Akademie, wo es eben auch darum geht, einen bestimmten Startpunkt und ein bestimmtes Ende zu haben – live und teilweise offline begleitet.

Es gibt sehr viele digitale Produkte, gerade auch für Frauen. Die Academy ‚Own Your Seat‘  hat eben die Zielgruppe Frauen und zwar angestellte Frauen. Das ist jetzt mal eine ganz spezielle Zielgruppe.

Wir fangen mit einem offline Kick-off Wochenende an, weil wir in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht haben, dass, wenn Menschen sich einmal persönlich getroffen haben, die Dynamik eine ganz andere ist.

Wir machen also 1 / 2 Tage offline Kick-off – wie in eine Art Seminar – wo auch schon sehr viel passieren wird. Das, was danach folgt, ist alles virtuell, aber ein Mix aus aufgezeichneten Inhalten zum Selbstlernen plus Live-CheckIns.

Wir haben auch Gast-Speaker:innen dabei. Es ist wirklich eine vielseitige Akademie. Auch da haben wir wieder ganz konkret überlegt, wen wir mit diesem Produkt eigentlich erreichen möchten: Angestellte Frauen, die noch nicht das bekommen, was sie eigentlich verdienen und zwar nicht monetär, sondern an Wertschätzung oder Sichtbarkeit.

Wir begleiten unsere Teilnehmerinnen über vier Monate dabei, dass sie ein besseres Selbstverständnis bekommen. Dass sie erstmal in sich reinhorchen, was sie überhaupt erreichen wollen oder was ihre beruflichen Ziele sind. Dass sie dann auch ganz gezielt ihre Ziele in Themen formulieren und dass sie dann in die Sichtbarkeit gehen können.

Wir haben das bewusst auf vier Monate angesetzt, weil wir gesagt haben, dass Routinen ungefähr 66 Tage brauchen, um sich zu etablieren.

Und wir wollen dann nicht gleich wieder aufhören (wir kennen es alle selbst, man verfällt ja dann doch schnell wieder in irgendwelche alten Muster zurück), sondern wir bleiben länger dran und pushen wirklich so weiter, dass es zu einer Selbstverständlichkeit wird, dass sie sichtbar sein dürfen und dass sie ihre Themen kennen.

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Wer sind sonst deine Kund:innen? Also wen machst du sonst so sichtbar? Kannst du uns davon ein bisschen erzählen?

Grundsätzlich primär Frauen. Aktuell arbeiten wir mit zwei Männern zusammen und wir suchen uns sehr gezielt aus, mit welchen Männern wir zusammenarbeiten. Also die müssen schon echt cool sein – es muss halt von den Werten her passen.

Zum großen Teil aber sind es Frauen und in der Regel Unternehmerinnen. Also entweder StartUp-Unternehmerinnen oder auch Mittelständlerinnen, Familienunternehmerinnen. Es sind Führungsfrauen, also Frauen in Führung, im Mittelstand oder eben im Konzern.

Und es sind auch Angestellte mit Ambitionen, die gerade kurz vor der Führungsebene stehen oder da gerne hinwollen. Und die unterstützen wir bei Sichtbarkeit.

Es gibt ein paar Namen, wo es bekannt ist, dass wir mit denen zusammenarbeiten: Zum Beispiel mit Tatjana Kiel von Klitschko Ventures und #WeAreAllUkrainians.

Mareike Boccola ist Familienunternehmerin aus Hamm, hat ein sehr technisches Produkt, was mich damals auch total gereizt hat – es ist nämlich ein Industriemixer. Und was ich bei Mareike so faszinierend finde, ist, wie sie diese technischen Themen so rüberbringt, dass sie total unterhaltsam sind.

Dann haben wir mit Anna Alex zusammengearbeitet, der Gründerin von Outfittery, Planetly und jetzt Nala Earth, mit Miriam Wohlfarth, mit Livia von Mitschke-Collande von Google – also ganz unterschiedliche Frauen, aus auch unterschiedlichen Branchen und mit anderen Hintergründen.

Aber alle haben eines gemeinsam: Sie sind sich bewusst, dass sie für ihre Arbeit brennen, dass sie für diese Themen mehr Sichtbarkeit haben wollen.

Und damit kommen sie dann zu uns, so dass wir gemeinsam daran arbeiten können, die Sichtbarkeit aufzubauen.

 

So ein starkes Warum zu haben, macht es uns eben auch viel leichter Dinge nach außen zu kommunizieren und da natürlich auch dranzubleiben.

Absolut.

Vielleicht noch eine Sache, die du vorhin gesagt hast, nämlich dass es wenig Angebot für angestellte Frauen gibt und das ist vielleicht auch eine etwas herausfordernde Zielgruppe ist, weil sie eben nicht sichtbar werden müssen. Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass die Zielgruppe Frauen an sich eine sehr komplexe Zielgruppe ist.

Ein Großteil meiner Arbeit, egal welche Frau, egal auf welcher Hierarchieebene, egal wie erfolgreich, besteht tatsächlich darin, Händchen zu halten.

Und das ist das, was diese Zielgruppe so komplex macht. Wir zweifeln nonstop an unseren eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen. Darf ich das posten? Kann ich das sagen? Was werden die oder die von mir denken? Der Post ist nicht so gut gelaufen. Die andere hat einen Post gemacht, der ist so ähnlich wie meiner und der ist richtig durch die Decke gegangen. Warum ist das so?

Was ich immer wieder feststelle: Die Zielgruppe Frau an sich kann schon echt eine Herausforderung sein, weil wir einfach immer wieder alles hinterfragen, was wir tun.

Und gerade wenn es um das Thema Sichtbarkeit geht, müssen wir ein dickes Fell mitbringen, weil es ein mutiger Schritt ist. Aber ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, diesen Schritt zu gehen, weil man so viel zurückbekommt, was positiv ist, was einen selber auch weiterbringt.

Und selbst wenn man auch mal Kritik bekommt: Kritik ist ja nicht immer per se negativ, sondern Kritik kann mich ja auch weiterbringen. Und ich würde diese Kritik vielleicht gar nicht zu hören bekommen, wenn ich nicht diesen mutigen Schritt nach draußen gegangen wäre.

Das ist vielleicht auch nochmal eine Botschaft nach draußen: Liebe Frauen, hört endlich auf, ständig an euch selbst zu zweifeln.

Wenn ihr irgendwas machen wollt oder wenn ihr einen Traum habt, dann geht los und verfolgt diesen Traum. Und gerade wenn es um Sichtbarkeit geht, ist ein Mantra, was mich umtreibt: Jede Frau, die sich bewusst gegen Sichtbarkeit entscheidet, nimmt mindestens einer anderen Frau ein Vorbild weg.

Das ist für mich und für viele andere Frauen, mit denen ich zusammenarbeite, der ultimative Motivator.

 

Du hast es geschafft, mit dem Personal Branding Institut ein großes Unternehmen aufzubauen. Du hast einen mehrfach 6-stelligen Umsatz, du hast dir ein Team aufgebaut. War das alles von heute auf morgen möglich oder wie bist du dahin gekommen?

Das ist nichts, was von heute auf morgen gekommen ist. Alleine die Entscheidung, dass ich diese Firma gründe, hat mich schon sehr viele schlaflose Nächte gekostet. Aber nicht unbedingt im negativen Sinne.

Mir war eigentlich schon klar, dass das der nächste logische Schritt ist. Ich habe aber sehr großen Respekt vor diesem Schritt gehabt (und den habe ich auch immer noch).

Ich habe schon häufiger mit unterschiedlichsten Menschen darüber diskutiert, warum Selbstständigkeit und Unternehmertum einfach zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind.

Als Selbstständige bin ich oft für mich alleine verantwortlich, das heißt, wenn ich mal entscheide, ich möchte jetzt einen Monat Pause machen und keine Kunden haben, dann kann ich das machen.

Der große Game Changer ist der Augenblick, wenn du Personal einstellst, wenn du Mitarbeitende einstellst, weil du dann Verantwortung für andere Menschen hast. Ich muss jeden Monat sechs Gehälter zahlen, egal wie die Auftragslage gerade ist.

Und machen wir uns nichts vor: Jeder hat mal richtig gute Monate, jeder hat mal schwierige Monate.

Wir sind ein Team von sechs Festangestellten und noch einer ‚Armada‘ von großartigen Freelancer:innen. Bei Freelancern ist der Vorteil, dass ich sie projektbasiert einbinden kann. Und wenn es mal nicht läuft, dann kann man da kurzfristiger die Zusammenarbeit beenden. Aber auch das mache ich eigentlich nicht.

Ich arbeite jetzt seit vier Jahren mit Freelancern zusammen. Ich bin immer darauf bedacht, einen Freelancer so zu behandeln wie einen Festangestellten. Wenn ich mich also mit jemanden für sechs Monate committe, dann kriegt der auch sechs Monate sein Honorar. Das ist mir ganz wichtig.

Aber tatsächlich habe ich großen Respekt – bis heute – vor dieser Rolle als Geschäftsführerin, als Chefin. Es ist ein anderes Arbeiten. Ich glaube, ich arbeite noch sehr viel operativ im Unternehmen.

Das ist auch ein Thema, worüber wir immer wieder sprechen. Einerseits, weil ich das sehr gerne mache und andererseits, weil es halt auch einfach Zeit kostet, diesen Übergang zu schaffen. Wir haben jetzt schon sehr viele Prozesse im Unternehmen aufgesetzt, sodass ich mich auch aus Dingen zurückziehen kann.

Und ich habe das große Glück, dass ich wirklich ein sehr cooles Team habe, jeder Einzelne wirklich mitdenkt, mitmacht, weiterentwickelt. Das ist nicht selbstverständlich, da bin ich mir sehr bewusst und darüber bin ich sehr dankbar.

Aber es ist nochmal eine ganz andere Hausnummer, ein Team zu haben, als eben nur für sich selbst verantwortlich zu sein.

Ich bin im ersten Jahr von einer auf sechs Mitarbeitende gegangen, wobei ich mich da selber mit reinzähle. Das ist schon krass. Aber mir war auch klar, dass ich nur wachsen kann, wenn ich diesen Schritt gehe.

Genauso wie vor 4 / 5 Jahren die Entscheidung, dass ich jetzt mit Freelancer zusammenarbeite. Oh Gott, habe ich lange gebraucht, bis ich meinen ersten Freelancer an Bord geholt habe, weil ich immer gedacht habe: Du kannst doch nicht jemanden ranholen und für etwas bezahlen, was du selber machen kannst.

Aber da hast du mir dann den wichtigen Impuls gegeben: „Christina, du wirst immer an dieser Stelle stehenbleiben, wenn du diesen Schritt nicht gehst.“

Ich habe die ersten ein, zwei Freelancerinnen an Bord geholt. Die konnten beide genau das, was ich auch kann, aber sie haben mir dann eben Dinge abnehmen können, so dass ich wieder mehr Zeit hatte für andere Themen.

Mit dem Team ist es jetzt genauso. Natürlich haben wir auch Hürden, aber, wie gesagt, ich habe ein wirklich richtig cooles Team und da arbeiten wir immer sukzessive Schritt für Schritt weiter. Wichtig ist immer, dass unsere Kunden glücklich sind.

Für mich sind meine Teammitglieder auch meine Kunden, meine internen Kunden. Das heißt, ich gebe mir wirklich sehr viel Mühe, dass es allen gut geht. Aber das war nichts, was von heute auf morgen passiert ist. Und ich glaube, das ist auch etwas, was nie aufhört.

Wenn du einmal diesen Schritt gegangen bist, dann gehst du ihn immer weiter, entwickelst dich weiter, entwickelst dein Team weiter – es ist eine krasse Experience.

Ich glaube, ich bin in den letzten Jahren so viel gewachsen, wie ich in den ganzen 10 / 11 Jahren meiner Angestelltenzeit nicht gewachsen bin.

 

Was waren deine größten Hürden, die du überwunden hast?

Also grundsätzlich überhaupt erstmal diese Umstellung von ‚Ich mache alles selber‘ zu ‚Ich verteile es sinnvoll im Team‘. Das ist auch nach wie vor ein Thema.

Eine weitere Hürde ist dieses Thema, wenn es mal nicht so geil läuft. Diese Monate kennt, glaube ich, jeder, gerade am Anfang. Wie gehen wir damit um? Oder wo ziehe ich jetzt noch neue Projekte her?

Und ich muss dazu sagen, dass ich in meiner bisherigen Selbstständigkeit und unternehmerischen Reise nie aktiv Sales machen musste, weil durch meine eigene Sichtbarkeit so viele Inbound-Leads zu uns kommen, dass daraus auch die ersten 1.5 Jahre als Unternehmerin super funktioniert haben.

Aber das geht natürlich nur bis zu einem bestimmten Punkt. Das heißt, wir sind jetzt an diesem Punkt, wo ich eben weiter wachsen muss. Und das ist etwas, was ich bisher noch nie gemacht habe und das ist eine Herausforderung für mich.

Wenn jetzt bisher alles Inbound war und ich jetzt aber den Shift machen muss zur Outbound-Kundengewinnung … wie mache ich das eigentlich, wie kann mein Team dazu beitragen und wie stellen wir uns auf, dass das auch nachhaltig funktioniert?

Mir ist wirklich wichtig, nicht einfach auf Teufel komm raus zu wachsen, sondern sukzessive zu wachsen.

Ich habe nicht vor, 20 Mitarbeitende zu haben oder mehr. Und ins exorbitant Große zu wachsen ist überhaupt nicht mein Ziel. Ich träume ein bisschen von einer kleinen ‚Boutiqueberatung‘ – so nenne ich das gerne: Mischung Institut / Trainingshaus und kleine Agenturberatung.

Dafür hätte ich gerne 8 Mitarbeitende fest und dann ganz viele Freelancer, die wir dazu holen können.

Das ist das, worauf ich hinarbeite. Ich gebe mir dafür aber auch Zeit. Also ich sage jetzt nicht, dass ich das gerne nächstes Jahr erreichen möchte, sondern eher in den nächsten 2 / 3 Jahren kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Das sind aktuell die Herausforderungen, also die Strukturen und Prozesse: Wie arbeiten wir zusammen, dass es Sinn macht? Und wie können wir das Thema Kundengewinnung so gestalten, dass wir den nächsten Schritt gehen können, der nicht mehr nur noch von mir abhängt?

Weil wir eben jetzt ein Unternehmen sind, wo nicht mehr alles nur an mich gekoppelt sein sollte, weder intern noch extern.

 

Ich glaube nicht mal, dass das Glück ist, sondern dass du einfach die richtigen Leute anziehst – dadurch, dass du weißt, wer du bist und wofür du stehst. Das sind vielleicht auch Macherinnen oder Macher, mit denen du gut klar kommst und die dir helfen, das Personal Branding Institut weiterzuentwickeln.

Dazu noch eine Ergänzung oder ein Tipp, was ich gemacht habe: Ich habe erstmal nur aus meinem Netzwerk raus angestellt. Also ich habe gar keine Stellen ausgeschrieben.

Meine erste Mitarbeiterin Nina habe ich tatsächlich aus dem Blauen heraus angesprochen und habe auch ganz klar kommuniziert: Ich habe jetzt aktuell noch keine wirkliche Stellenbeschreibung für dich. Du wärst die erste. Dazu musst du Lust haben, darauf musst du dich einlassen.

Da würde ich sagen, habe ich dann das große Glück gehabt, dass sie eben dieses Gamble eingegangen ist. Wir haben die ersten fünf Monate zu zweit richtig krass zusammengearbeitet und auch wirklich Strukturen und Prozesse aufbereitet.

Dann haben wir aus unserem Netzwerk heraus das weitere Team zusammengesetzt und da hat man natürlich schon eine gute Grunddynamik.

Das Feedback aus meinem Team ist tatsächlich: ‚Wir haben alle Lust und haben Spaß und es gibt keinen Tag, an dem ich keinen Bock auf meine Arbeit hatte‘. Sie sind offensichtlich zufrieden, haben Spaß an ihrer Arbeit.

Auch ich habe Spaß an der Zusammenarbeit und das ist das, was für mich die Bestätigung ist, dass es wirklich gut harmonisiert und zusammenpasst.

 

Christina, was sind deine drei wichtigsten Ziele für dieses Jahr?

Die interne Struktur so zu gestalten, dass ich mich mehr rausziehen und mehr am Unternehmen statt im Unternehmen arbeiten kann. Ich möchte den Umsatz dahingehend steigern, dass wir noch ein, zwei Personen einstellen können.

Ich habe auch schon ganz klar im Kopf, wen ich gerne einstellen möchte und dafür brauche ich ein bisschen Vorlauf. Das ist im Prinzip das, worauf ich mich dieses Jahr fokussieren möchte.

 

Du bist dieses Jahr Teil von Scale Your Impact, meiner High Level Mastermind. Was schätzt du an der Mastermind oder auch an dem Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen am meisten?

Tatsächlich die Tatsache, dass es ganz unterschiedliche Unternehmerinnen sind, mit unterschiedlichen Erfahrungen und Herausforderungen.

Und dass ich bei jedem Chat oder bei jedem Call das Gefühl habe: Krass, mir ist gerade irgendein absoluter Aha-Moment über den Weg gelaufen, von dem ich nicht mal wusste, dass es ihn geben könnte.

Das ist für mich der absolute Benefit des Programms. Aber eben auch der Austausch mit den anderen Unternehmerinnen, weil wir alle unterschiedliche Erfahrungen machen, auf unterschiedlichen Stufen auch sind.

Das ist für mich unfassbar wertvoll. Natürlich tausche ich mich auch in meinem Umfeld mit anderen Unternehmerinnen aus, aber es ist halt nie so ganz gezielt auf ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Fragestellung ausgerichtet.

 

Was würdest du sagen, warum du Teil von Scale Your Impact geworden bist?

Weil ich grundsätzlich immer wieder feststelle, wie wertvoll der Austausch mit dir ist. Auch wenn wir zwischendurch mal sprechen, denke ich immer wieder: Krass, jetzt habe ich ja voll was dazugelernt.

Wir lernen von dir und du bist einfach schon ein paar Schritte weiter als ich. Aber wir tauschen uns auch in der Gruppe regelmäßig aus. Das war etwas, was mir persönlich echt gefehlt hat.

Gerade im letzten Jahr habe ich so viele Sachen gemacht. Ich habe mein Buch rausgebracht und ich habe mich tatsächlich zu wenig auf bestimmte unternehmerische Themen fokussiert.

Das habe ich gemerkt und das möchte ich in diesem Jahr anders und vor allem auch strategischer angehen. Und deswegen bin ich mit bei euch dabei.

 

Was schätzt du am meisten an mir?

Was ich an dir schätze, ist dein absolut klares, offenes Feedback und die Kunst, immer eine Lösung zu finden oder immer einen Vorschlag zu haben.

Egal was ich dir in den vergangenen 7 / 8 Jahren als Problem geschildert habe, du hast mir innerhalb kürzester Zeit einen Vorschlag gemacht. Das muss man erstmal können.

Deine Auffassungsgabe, dein klares Feedback und dann eben auch diese Lösungsorientiertheit („Vergiss das Problem, fokussiere dich auf das, was du daraus machen kannst“), das schätze ich sehr an dir und das merke ich jetzt eben auch im Rahmen des Programms.

 

Was würdest du sagen, wer richtig ist in Scale Your Impact?

Richtig bei Scale Your Impact sind Unternehmerinnen, die in den ersten 1/2/3 Jahren ihres Unternehmens stecken, die sich Teamaufbau, Umsatzaufbau, Kundenerweiterung als Ziel gesetzt haben und in einem geschützten Rahmen mit Strategien und Vorlagen arbeiten wollen und im Austausch mit anderen Unternehmerinnen.

Wir sind im zweiten Monat und ich habe schon so viel in der Praxis umsetzen können. Das ist richtig krass und ich glaube, dass das wirklich für jede Unternehmerin super hilfreich sein kann.

 

Gibt es noch etwas, was du loswerden möchtest?

Liebe Frauen, werdet sichtbar.

 

Danke für deine Einblicke, Christina!

Mehr über Christina und ihre Arbeit findest du unter:
Webseite: www.personalbrandinginstitut.de
LinkedIn: www.linkedin.com/in/christina-richter
Buch: Sichtbare Frauen: Personal Branding als Karriere-Booster*
Academy: www.ownyourseat.de

 

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Sieht es bei dir hinter den Kulissen so aus?

  • Du hast dir zwar ein Team aufgebaut, verantwortest aber alles alleine – ohne dein Eingreifen läuft es nicht oder entwickelt sich nicht weiter.
  • Du versinkst im Tagesgeschäft und hast zu wenig Zeit, um an deinem Business zu arbeiten – obwohl du Prozesse etabliert hast.
  • Dir fehlt der Austausch mit erfolgreichen Unternehmerinnen, die sich ähnliche Fragen stellen und so ambitionierte Ziele verfolgen wie du.
  • Dir fehlt jemand, der sich in dein Business reindenkt, dich bestärkt und dich dabei unterstützt, nachhaltig weiter zu wachsen.

 

 

Ich freue mich, wenn auch du Teil der she-Bewegung wirst!

Eine weitere Erfolgsstory der she-preneur Mastermind findest du unter: „Woher soll man wissen, wie viele Wege es gibt und wie ein Weg noch aussehen könnte, wenn man es nicht mal irgendwo gesehen hat?“

 

Interview zum Hören

Das Interview mit Christina gibt’s auch zum Hören! Meinen she-preneur Podcast „Mach dein Business leicht & sexy“ findest du auf der Plattform deiner Wahl (Apple Podcasts, Spotify, YouTube, etc.).

Lass gerne ein Abo und eine ★★★★★-Bewertung da und teile die Folge mit deinen Businessfreundinnen.

 

In der 200. Podcast-Folge habe ich Christina Richter zu Gast. Christina ist Gründerin und Geschäftsführerin vom Personal Branding Institut und hat sich ein Business mit mehrfach 6-stelligen Umsätzen aufgebaut. Ihre Vision ist es, Frauen sichtbar zu machen. Du erfährst:

  • warum sie sich für Frauen und Sichtbarkeit einsetzt
  • ihre aktuellen Herausforderungen und ihre Ziele fürs Jahr
  • warum sie Teil von Scale Your Impact, meiner High-Level-Business-Mastermind ist

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