Heute liest Du den Erfahrungsbericht von Friederike. Friederike hat den Gründungszuschuss gleich zweimal erfolgreich beantragt. Auch das ist möglich! Vielen Dank liebe Friederike, für deinen Erfahrungsbericht.

Du weißt nicht, was der Gründungszuschuss ist oder kennst die Vorraussetzungen nicht. Dann empfehle ich Dir diesen Artikel zu lesen.

 

Friederike von dem Bussche, Solopreneurin. Im März 2016 mit dem Gründungszuschuss gegründet.

Moin, ich bin Friederike von dem Bussche, 37 Jahre alt und ich habe mich im März 2016 das zweite Mal selbständig gemacht. Als Patin des Pixelsyndikats biete ich kreativen Selbständigen stressfreies Webdesign in Form von Anleitungen und Coachings an, damit sie ihre Businesswebsite erfolgreich selbst erstellen können.

Im Prinzip habe ich mich zweimal aus dem gleichem Grund selbständig gemacht. Das erste Mal nach nur einem Jahr als angestellte Webdesignerin direkt nach dem Studium. Alle in meinem Umfeld hatten mir damals gesagt, man müsse nach dem Abschluss erstmal in einem ordentlich Angestellten-Job arbeiten. Um wertvolle Erfahrungen zu sammeln und Kundenbeziehungen zu knüpfen. Mit ein bisschen Glück und einem Faxgerät könne man sich dann nach einigen Jahren erfolgreich selbständig machen. Und überhaupt, so ein Angestelltenvertrag mit den inkludierten Sicherheiten des festen Gehalts und der Krankenversicherung ist doch zauberhaft.

Dabei hatte ich eigentlich schon während des Studiums als Selbständige gearbeitet und mir mit Webseiten ein Teil des Unterhalts finanziert. Jedenfalls war der Job in der kleinen jungen Webagentur kein bisschen hipp und hat mir nur schöne Stress-Magen-Probleme gezaubert. Schleichender Gehirntot durch Unterforderung stand da auf dem Programmzettel.

Per glücklichen Zufall bot mir mein damaliger Arbeitgeber nach einem Jahr aufgrund geringer Auftragslage eine Halbtagsstelle oder alternativ die Kündigung an. Nach guter kurzer Überlegung und Sondierung meiner Möglichkeiten nahm ich die Kündigung an. Denn ich wußte, dass ich die Bedingungen für einen Gründungszuschuss-Antrag erfüllen konnte und machte mich entgegen den Rat von Freunden und Familien bereit zum Sprung in die Freiheit. Mit ordentlich Schiss im Bauch, aber der Hoffnung im Herzen, dass das Angestelltenleben noch nicht das Ende der Job-Fahnenstange war. Das war Ende 2009.

Ich legte einen guten Start hin, dank bewilligtem Gründungszuschuss und zahlreicher Kurse zu Steuer, Preise, Verträge und AGB bei der H.E.I.. Den Gründerzuschuss damals zu beantragen war, soweit ich mich erinnere, nicht schwer und er wurde mir ohne viel Fehlerlesen bewilligt. Nach knapp fünf Jahren erfolgreicher Selbständigkeit als Webdesignerin merkte ich jedoch, dass auch das Leben und die Arbeit als klassische Freelancerin nicht den Grad an Freiheit bietet, den ich mir wünschte. Diesmal bestimmte das Tempo und die Anforderung meiner Kunden mein Leben. Nur leider hatte ich an dem Punkt keine Idee, was ich sonst so machen sollte.

Mein damaliger Hauptauftraggeber bot mir dann in dieser Zeit einen Vollzeit-Job als Visual Designerin an, den ich nach langem Überlegen annahm. Die Atmosphäre in meinem Job war super angenehm, aber auch hier fühlte ich mich dann sehr schnell unterfordert und eingeengt.

Bereut habe ich den Job trotzdem nicht: die Anstellung bot mir auch die Möglichkeit mich auszuprobieren und ich fing an meine Freizeit fleißig dazu zu nutzen, mich beruflich zu orientieren. Ich besuchte das Superhelden-Training, die Digitale Nomaden Exhibition in Berlin, belebte mein Netzwerk bei den Digital Media Women wieder und absolvierte ein Intensivtraining zum Thema Smart Business Concepts. Ich wußte jetzt, ich wollte eine erneute Selbständigkeit wagen, auch wieder im Bereich Webdesign, aber diesmal als Solopreneurin mit anderen Produkten und Dienstleistungen.

Trotz dieser superguten Vorbereitung auf einen erneuten Sprung in die Selbständigkeit hatte ich wieder ordentlich Bammel, dass dieser Schritt zumindest wirtschaftlich eine ordentlich blöde Idee war. Natürlich haben viele in meinem Umfeld freizügig ihre eigene Angst und Bedenken bezüglich der Unsicherheiten als Unternehmerin mit mir geteilt, was nicht so richtig geholfen hat.

Aber manchmal hat man eben keine Wahl. Ich habe mich getraut und seit März 2016 bin ich wieder als Patin des Pixelsyndikats unterwegs. Und glücklich.

Wie man schnell einen Business Plan und ein Finanzmärchen schreibt.

Ich persönlich bin mittlerweile kein großer Fan mehr von Businessplänen. Es gibt wesentlich praktischere Tools, um sich eine tragfähige und überschaubare Leitlinie für sein Unternehmen zu erschaffen, vor allem als Solopreneurin. Eine Business-Model-Canvas zum Beispiel. Ich selbst mag es zackig und liebe konkrete, handfeste Pläne. Daher arbeite ich mit der Produkttreppe und der Zwischen-Lager-Strategie, die ich im Smart Business Concept Intensivtraining kennengelernt habe.

Aber ich verstehe auch, dass für den Antrag auf Gründungszuschuss irgendwie einheitlich gewährleistet werden muss, dass die zugrunde liegenden Weltherrschaftspläne einigermassen Sinn machen. Ich habe das Schreiben des zweiten Businessplans daher als gute Übung genommen, meine Ideen und Inhalte aus meinen Coachings nochmals straffer durchzuformulieren und zu überprüfen. Durch die vielen Trainings ging der Businessplan richtig schnell von der Hand.

Der Finanzplan hingegen war eine einzige Fantasieübung, bei der es einfach nur darauf ankam nicht zu tief und nicht zu hoch zu stapeln. Hier hätte ich mir ehrlich gesagt eine praxisbezogenere Hilfestellung gewünscht. Also zum Beispiel welche Einnahmen realistisch sind, anstatt sich eine Zahl auszudenken, die man sich erhofft.

 

Gut gecoached ist halb gegründet.

Ich habe mir sowohl beim ersten als auch beim zweiten Mal Unterstützung bei einem Businesscoach gesucht. Das erste Mal, offensichtlicher Weise, aufgrund mangelnder unternehmerischer Erfahrungen. Ich habe mich hier bei der Lawaetz-Stiftung sehr gut aufgehoben gefühlt.

Leider ist es mitunter schwierig dort einen zeitnahen Termin zu bekommen, wenn es aufgrund der Fristen, die eingehalten werden müssen, mal etwas schneller gehen muss. Das war bei meinem zweiten Antrag der Fall. Zum Glück bin ich hier bei Frederic Breiler von der .garage gelandet, der den unglaublichen Dienst eines 48h Stunden Checks für den Businessplan anbietet! Frederic Breiler ist zackig schnell aber auch streng beim Prüfen. Großartig! Mir war es einfach auch beim zweiten Antrag wichtig, nochmal guten wirtschaftlichen Input für meine Gründung zu bekommen.

Zusätzlich hatte mich meine Bearbeiterin bei der Agentur für Arbeit darauf hingewiesen, dass Stellungnahmen zu Businessplan und Finanzteil von Steuerberatern aufgrund der fachlichen Qualifikationen nicht ganz so gern gesehen waren und ich wollte keine unnötigen Risiken einer Ablehnung eingehen.

 

Die langsamen aber freundlichen Mühlen der Agentur für Arbeit.

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich im ersten Moment gar nicht vorhatte den Gründungszuschuss ein zweites Mal zu beantragen. Ich dachte einfach ich hätte keinen Anspruch mehr einen zu beantragen. Das wäre ein riesiger Fehler gewesen! Nach einer kurzen Beratung inkl. Tritt in den Hintern durch das Netzwerk der Digital Media Woman habe ich schließlich doch den Antrag bei der Agentur für Arbeit in Hamburg angefordert.

Meine Bearbeiterin war sehr freundlich und offen für mein Thema. Schon beim ersten Gespräch war klar, dass ich sehr sichere Chancen auf den Gründungszuschuss hatte, da es Sinn macht oder üblich ist in meinem Berufsbereich als Selbständige unterwegs zu sein. Und dadurch, dass die erste Gründung schon mehr als zwei Jahre zurück lag, durfte ich einen neuen Antrag einreichen. Durch meine Kündigung und eine verspätete Meldung der bevorstehenden Arbeitslosigkeit bei der Agentur drohte jedoch der Traum vom Gründungszuschuss gleich wieder zu zerplatzen! Die Kündigung und die Spätmeldung bedeuteten jeweils Sperrzeiten bezüglich meines Arbeitslosengeldes. Statt der nötigen 150 Tage Anspruch blieben da erstmal nur sage und schreibe 149 Tage übrig. Was für ein Krimi.

Da half es alles nichts und ich musste per Attest die Hosen runterlassen. Gemeinsam mit meinem Arzt habe ich die gesundheitlichen Gründe, die mich unter anderem zu meiner Kündigung veranlassten, dokumentiert. Und tatsächlich wurde mir dadurch die Sperrzeit bezüglich der eigenen Kündigung erlassen. Es sah also richtig gut aus mit der Bewilligung.

Aber was musste ich erstmal noch bangen! Ich hatte zwar alle nötigen Informationen jeweils fristgerecht eingereicht beim Amt, aber durch die Tatsache, dass Papierdokumente erstmal zentral eingescannt werden, bevor sie an die entsprechenden Bearbeiter gehen, lief das ein oder andere Mal eine Deadline aus. Worauf ich eine Reihe von Ablehnungsbriefen bekam. Aber mit viel Geduld und freundlicher Kommunikation seitens meiner Bearbeiterin, der Telefonzentrale der Agentur und mir, konnte ich am Ende doch noch den ersehnten positiven Bescheid in Händen halten.

Ich bin verdammt froh, dass ich mir die Mühe gemacht habe und den Gründungszuschuss ein zweites Mal beantragt habe. Dadurch habe ich heute in Ruhe Zeit meine Kurse und Produkte aufzubauen und zu testen.

 

Deine persönliche Web-Herrschaft.

Obwohl ich mich nun das zweite Mal im gleichen Bereich und unter gleichem Namen selbständig gemacht habe ist doch irgendwie alles anders. In meinem nun fast 10-jährigem Dasein als Webdesignerin hatte ich festgestellt, dass die eigentliche Schwierigkeit bei der Erstellung einer Webseite nicht darin liegt, den grafischen Geschmack des Kunden zu treffen. Das Hauptproblem liegt eher auf Seiten der Auftraggeber richtig gute Bilder und Texte fürs Netz in einem überschaubaren Zeitrahmen zu liefern. Als Existenzgründer oder Unternehmer bei laufendem Geschäft hat man eben immer etwas anderes zu tun. Leider haben sich dadurch viele Webprojekte bis ins Unendliche gedehnt. Dieser Art von Abhängigkeit wollte ich entkommen.

Zusätzlich habe ich auch immer gerne mein Wissen rund um das Thema Existenzgründung, Selbstmanagement und Digitale Medien geteilt und bin ein großes Fan davon, andere zu befähigen, selbst ihre Träume zu realisieren. An diese Themen wollte ich in Zukunft stärker anknüpfen.

Heute helfe ich kreativen Existenzgründern dabei, wie sie selbst richtig gute Inhalte für ihre Webseite erstellen und mit stressfreien Mitteln eigenständig ein schickes Webprofil erstellen können. In ihrer eigenen Zeit und ohne Programmierkenntnisse. Ich gebe Tipps für den Start in die spannende Welt der Selbständigkeit und unterstütze dabei, die Möglichkeiten der Digitalen Medien richtig zu nutzen.

Dies mache ich durch eigene neue Produkte wie einen von mir konzipierten Online-Kurs, eigenen eBooks und einem selbst erstellten Seminarsystem. An diesen Angeboten arbeite ich derzeit fleißig im Hintergrund, aber zum Auftakt meiner neuen Selbständigkeit gibt es bei mir erstmal das Express-Starter-Paket. Mit minimalsten Aufwand erstelle ich mit meinen Kunden eine erste kleine einfache Webseite mit riesigem Potential zum Selbstausbau. Denn manchmal ist alles was man braucht ein bisschen Hilfe beim Anfangen.

Durch die neuen schlanken Strukturen des Pixelsyndikats 2.0 habe ich nun sogar auch mehr Zeit für meine Leidenschaft zu sketchnoten und zu illustrieren. Hier bin ich in Zukunft als die Patin privat verstärkt unterwegs, um spannende Inhalte zu visualisieren und andere Mut zu machen.

 

Jetzt mal Butter bei die Fische.

Als Fazit soweit für mich und andere Existenzgründer würde ich sagen: viele schöne Ideen haben ist schön und gut, aber besser und wichtiger ist einfach mal zu machen. Das ist manchmal echt nicht einfach, aber dieser Faktor ist ziemlich entscheidend für ein erfolgreiches Business oder die persönliche Weltherrschaft. Wichtiger als die perfekte Visitenkarte oder die nächste zertifizierte Ausbildung ist es die Sache anzugehen und die Ideen auch umzusetzen. Auch wenn es am Anfang mal etwas holprig losgeht.

Zu Gründen bedeutet außerdem viel viel Arbeit, aber auch viel viel Spass – hat man einmal die Freiheiten als Selbständige geschnuppert, will man nie wieder zurück ins Hamsterrad. Trotz der Anstrengungen, obwohl man eine Zeit lang mit wenig Geld auskommen muss und auf keinen Fall aufgeben darf.

Und ja, auch wenns unangenehm ist, Scheitern gehört halt einfach mit dazu. Aber dieses Scheitern kommt immer auch mit vielen wundervollen Learnings, hoffentlich auch einer gehörigen Portion Spass irgendwo auf dem Weg und wertvollen Verknüpfungen in Sachen Netzwerk oder Wissen.

Von daher nicht gleich aufgeben, wenn mal was nicht nach Plan geklappt hat. Auf alle Fälle versuchen den Gründungszuschuss zu beantragen oder nachfragen, was man sonst vielleicht für Ansprüche auf Unterstützung hat. Packen wir es an.

Wer sich Unterstützung bei seinen Web-Herrschaftsplänen von Friederike wünscht sucht am Besten das Pixelsyndikat unter www.pixelsyndikat.de auf. Wer wissen will was die Patin nach Feierabend so treibt kann mal auf www.diepatinprivat.de reingucken.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Friederike

 

Die nächste Gründungsgeschichte liest Du in 2 Wochen! Du hast auch mit dem Gründungszuschuss gegründet und möchtest Deine Erfahrungen teilen? Dann nimm Kontakt mit mir auf!

Bis dahin alles Liebe,

Deine Tanja

 

 

Foto © Marlin Oeing

 

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Video-Interview zum Thema Business-Mindset mit Mindset-Coach Julia Lakämper