Heute liest Du den Erfahrungsbericht zum Gründungszuschuss von Tina Stavemann. Vielen Dank liebe Tina, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst.

Du weißt nicht, was der Gründungszuschuss ist oder kennst die Vorraussetzungen nicht? Dann empfehle ich Dir diesen Artikel zu lesen.

 

Tina Stavemann, Beraterin und Bloggerin. Im April 2016 mit dem Gründungszuschuss gegründet.

Hallo, ich bin Tina und ich habe mich im April 2016 mit dem Gründungszuschuss selbständig gemacht. Ich bin also noch ganz frisch dabei und habe es bislang keine Minute bereut, diesen Schritt gegangen zu sein!

Schon seit vielen Jahren träume ich davon, selbständig zu arbeiten. Ich liebe es für mein Tun selbst verantwortlich zu sein und eigene Ideen umsetzen zu können.  Ich hatte das große Glück diese Seite in all meinen Festanstellungen auch leben zu können. Aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Zusätzlich fehlte mir in den letzten Jahren zunehmend, die Sinnhaftigkeit in meinem Tun. Ich hatte so viele Ideen, die ich gerne umsetzen wollte. Ich sehnte mich danach, auf dieser Welt einen Fußabdruck zu hinterlassen, etwas zu bewegen. Ich habe heute das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Pfad bin. Das fühlt sich unglaublich gut an!

Doch der Weg dorthin war lang und glich einer Achterbahnfahrt.

Ich hatte im Februar 2015 meinen Blog Aquamondo an den Start gebracht, den ich nebenberuflich zu einem Business ausbauen wollte. Die Arbeitszeit in meinem Job hatte ich schon ca. ein Jahr vorher reduziert. Meine neu gewonnene Zeit nutzte ich, mir einige Träume, wie z.B. das Wellenreiten, zu erfüllen und mir darüber klar zu werden, wie mein Leben weitergehen sollte. Dann verlor ich im Sommer 2015, als eine von vielen im Unternehmen, meinen Job und die Achterbahn startete so richtig durch. Ich wusste nicht, ob ich mich über diesen Wink des Schicksals freuen sollte oder mich aus Panik direkt in die nächste Festanstellung stürze. Ich entschied mich erst einmal dafür, mich wieder auf feste Stellen zu bewerben. Parallel unterstützte mich meine Beraterin beim Arbeitsamt, noch einige Weiterbildungen zu absolvieren, um mein Profil weiter auszubauen.

Meine leise vorgetragene Idee, dass ich mir aber auch vorstellen könnte, mich selbständig zu machen, wurde mit den Worten „Ich bin nicht dazu da, ihre Träume zu erfüllen“ vom Tisch gefegt. Das saß!

Ich gab mich mit den Weiterbildungen zufrieden, für die ich im Nachhinein sehr dankbar bin. Denn ich hatte viel Glück und erwischte dank meiner Beraterin eine qualitativ sehr hochwertige Weiterbildung, die heute zum Teil eines meiner Standbeine begründet.

Ich schrieb knapp 90 Bewerbungen. Aber der Markt in Berlin ist hart und mein Profil zu generalistisch. Ich war unglaublich frustriert und wollte mir teilweise nur noch die Decke über den Kopf ziehen.

 

Und so langsam rückte die Selbstständigkeit immer weiter in den Fokus.

Aber der Gedanke an die Selbständigkeit ließ mich nicht los. Im Januar meldete ich mich beim Lotsendienst in Potsdam für ein Gründerseminar an und erhielt nach erfolgreichem Abschluss die Zusage für ein gefördertes Gründer-Coaching. Ich kann nur empfehlen, sich zu informieren, ob ein solches Programm für die Vorgründungsphase in der eigenen Region auch angeboten wird.

Denn ab da nahm meine Idee weiter Fahrt auf und meine Bedenken schmolzen ganz langsam dahin.

Mein Business steht nun auf zwei Standbeinen: Zum einen biete ich meine Erfahrungen aus der Festanstellung als Dienstleistungen an: Ich erstelle Marktanalysen, berate Unternehmen bei der Positionierung und coache und berate Existenzgründer bei der Ausarbeitung ihres Geschäftsmodells. Weitere Informationen zu mir und meinen Leistungen findest du auf www.tinastavemann.de Hier kann ich meine Leidenschaft für strategisches Denken voll ausleben. Außerdem liebe ich es Märkte zu analysieren, denn man lernt dabei unglaublich viel. Und ich war schon immer ein sehr neugieriger Mensch.

Mein zweites Standbein befindet sich noch im Aufbau und ging Ende Juni an den Start. Aquamondo ist ein Online-Magazin für Aquafitness- und Schwimm-Fans fernab des Wettkampfsports. Es ist das Produkt meiner lebenslangen Leidenschaft und die Weiterentwicklung meines Blogs.

Meine Vision ist, die Grundlage für die Sportausübung „Höher, schneller, weiter, schlanker“ zu durchbrechen. Ich wünsche mir mehr Menschen, die (Wasser-)Sport treiben, um sich selbst zu gefallen und wohl zu fühlen statt darauf hinzusporteln, gesellschaftlichen Idealen zu entsprechen. Ich möchte mehr Vielfalt und Akzeptanz in der (Wasser-)Sportwelt etablieren. Denn ich glaube daran, dass jeder Mensch gleich wertvoll ist und Respekt verdient – ob dick, dünn, groß, klein, jung, alt, mit oder ohne körperliche Einschränkungen. Deshalb verzichte ich im Magazin auf jegliche Art von Körperbewertung. Der Spaß an der Bewegung steht im Vordergrund.

Durch diese zwei Standbeine war der Businessplan für den Gründungszuschuss dann auch entsprechend umfangreich. Ich habe die Ausarbeitung aber als sehr spannend erlebt, denn die Struktur zwang mich, alle Aspekte meiner Geschäftsmodelle zu durchdenken. Das hat mir gerade in punkto Aquamondo unglaublich geholfen, meine vielen Ideen in eine Form zu gießen und auf Machbarkeit zu überprüfen. Da ich ein Faible für Exceltabellen habe, hat es mir auch Spaß gemacht, die Zahlen auszuarbeiten. Meine einzige Problematik lag darin, dass mein Geschäftsmodell für Aquamondo nicht vergleichbar ist. Es gründet auf mehreren Branchen, die alle eigenen Regeln folgen. Ich werde erst in den nächsten Monaten prüfen können, ob mein Modell aufgeht. Solange trägt mich meine Tätigkeit als Business Development- und Marketing-Expertin.

Dennoch war es eine große Hilfe, dass mein Gründercoach mich durch den kompletten Beantragungsprozess für den Gründungs-zuschuss geschleust hat. So gingen einige Schritte einfach deutlich schneller und unkomplizierter voran. Zum Beispiel professionalisierte er den Finanzteil mit einem speziellen Programm und band Steuerhochrechnungen mit ein.

Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass meine Beraterin 1:1 der Anweisung gefolgt war, die die Agentur für Arbeit ihren Mitarbeitern auferlegt. Ich hatte nämlich einen Bericht gefunden, in dem die Veränderungen seit der Reform beschrieben wurden. Dadurch wurden einige Hintergründe zum ersten Mal deutlich für mich.

Und auch, wenn ihre erste Aussage mich geschockt hatte, war sie im weiteren Prozess-verlauf sehr fair und freundlich. Sie ermutigte und bestärkte mich sogar, den Zuschuss zu beantragen. Ausschlaggebend dafür war u.a., dass ich schon während der Arbeitslosigkeit kleinere, freie Aufträge realisierte und mich für den Umsetzungszeitraum jeweils vom Arbeitslosengeld abmeldete. Außerdem führte ich eine Liste mit all meinen Bewerbungen und legte diese dem Antrag für den Gründungszuschuss bei. Meine Beraterin hatte mir dieses Vorgehen empfohlen, weil ihr klar war, dass andere Prüfer meinen Antrag lesen, die meine Bemühungen in einer Festanstellung Fuß zu fassen, nicht einschätzen können. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade diese genaue Dokumentation mein Vorhaben unterstützt hat.

Letztlich hat es dann 2 Wochen gedauert, bis ich den positiven Bescheid in Händen hielt. Diese Zeit war eine große Herausforderung für mich, weil ich ein ziemlich ungeduldiger Mensch bin und ich mich wie im Blindflug fühlte.

Aber der Aufwand hat sich gelohnt, denn danach konnte ich endlich voll durchstarten. Heute genieße ich jeden Tag in dieser neuen Arbeitssituation. Ich habe für mich eine ganz neue Motivation entdeckt. Ich arbeite wieder mit Begeisterung und vor allem selbstbestimmt. Das heißt, dass ich oft schon um 6 Uhr morgens starte, weil ich früh am Tag am produktivsten bin. Dafür mache ich aber auch gegen 16/17 Uhr Feierabend. Diese freie Zeiteinteilung ist ein großes Geschenk für mich.

 

Was ich Gründerinnen mitgeben möchte.

Folgende Tipps habe ich für alle Frauen, die auch mit der Selbständigkeit liebäugeln:

  1. Geh deinen Weg! Er wird dich Kraft kosten und an deine Grenzen bringen. Aber die Höhenflüge gehören dir – und zwar nur dir, weil du sie mit eigener Kraft geschaffen hast.
  2. Höre auf deinen Bauch Er hat seine eigene Logik und ein viel tieferes Verständnis von dir als dein Kopf. Traue ihm!
  3. Vergleiche Dich nicht mit anderen Diesen Weg muss jede allein gehen – in ihrem Tempo, mit ihren individuellen Stärken und Schwächen. Nach den anderen zu schielen bringt nichts.
  4. Bleib´beweglich Sicherlich ist ein Businessplan hilfreich und ratsam, aber er wird nur in Teilen ein Projektplan sein. Alles ist in Bewegung, nichts bleibt starr. Treibe mit den Wellen statt dagegen anzukämpfen. Dann ist so viel Spannendes möglich!
  5. Immer freundlich bleiben Versuche im Prozess bis zur Beantragung des Gründungszuschusses freundlich zu bleiben. Die Berater sind auch nur Menschen und haben ihre Anweisungen, deren Nichteinhaltung sie den Job kosten kann. Für mehr Hintergrundwissen, lies diesen Bericht nochmals durch.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg und ganz viel Spaß in deiner neuen Lebensphase!

Liebe Grüße

Tina

 

Wieder mal eine große Portion Motivation und Inspiration für Dich. Durchhalten lohnt sich 🙂 Den nächsten Erfahrungsbericht liest Du in 2 Wochen 🙂

Du hast auch mit dem Gründungszuschuss gegründet und möchtest Deine Erfahrungen teilen? Dann nimm Kontakt mit mir auf!

Alles Liebe,

Deine Tanja

 

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Video-Interview zum Thema Business-Mindset mit Mindset-Coach Julia Lakämper