Ich habe mit der lieben Nathalie Seikritt von seikritt design gesprochen und freue mich, dass sie uns ein paar Einblicke in ihr Business gegeben hat. Nathalie gehört zu den Gründungsmitgliedern des im Oktober 2016 gelaunchten she-preneur insider club. Bevor wir in das Interview einsteigen, wollte ich von ihr wissen, warum Sie sich für den she-preneur insider club entschieden hat. Und das hat sie mir geantwortet.

Ich habe mich für den she-preneur insider club entschieden, weil ich denke, dass es toll ist, neben einer Beraterin, die sich auf das Coaching von Gründerinnen spezialisiert hat, gleich noch eine ganze Community zu haben, die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen kann und die mich unterstützt. Besonders gut finde ich, dass die Gruppe nicht zu groß und unübersichtlich ist, so dass die angesprochenen Themen untergehen würden oder man sich durch zu viel Input von außen überfordert fühlt.

Zu Beginn war es mir vor allem wichtig, mehr Struktur in meinen Arbeitsalltag und den Aufbau meines Business zu bringen. Mit den monatlichen Challenges, die sehr in die Tiefe gehen bekommt man dort eine große Hilfe, weil man Themen, die man vielleicht schon einmal bedacht oder im Businessplan bearbeitet hat, hier noch viel mehr vertiefen und sich Input von anderen Teilnehmerinnen holen kann. Besonders spannend finde ich im insider club die Mischung von Unternehmerinnen aus den verschiedensten Bereichen, weil man durch so viele unterschiedliche Perspektiven auch einen ganz anderen Blick auf das eigene Business bekommt.“

 

Liebe Nathalie, welche 3 Eigenschaften beschreiben dich als Person am besten?

Nathalie: Begeisterungsfähigkeit, Selbstbewusstsein und Offenheit

 

Stelle uns kurz dein Business vor.

Nathalie: Nach mehr als sieben Jahren als Designerin und Art -Directorin in verschiedenen Werbeagenturen und Unternehmen, in denen ich sowohl als Angestellte als auch als Freiberuflerin tätig war, habe ich im Spätsommer 2016 beschlossen, dass ich ab jetzt meine eigenen Ziele und Visionen verwirklichen möchte und meinen Kunden dabei helfen möchte dasselbe für sich zu tun.

Unter dem Namen seikritt design bin ich als freiberufliche Kommunikations- bzw. Grafikdesignerin in Köln tätig und unterstütze mittelständische Unternehmen, insbesondere Gründer und Startups aber auch Agenturen in den Bereichen: Corporate Design, Editorial Design, Dialogmarketing, Web- und Motion Design. Bei mir erhalten die Kunden grafische Konzeption und Beratung aus einer Hand und ich helfe Ihnen dabei, Ihr Unternehmen oder Produkt professionell zu präsentieren.

Besonders die Arbeit mit Existenzgründern liegt mir sehr am Herzen, da ich aus eigener Erfahrung weiß was eine Unternehmensgründung so alles an Arbeit mit sich bringt. In erster Linie erfordert sie einmal eine Menge Vorarbeit, die mit vielen, unterschiedlichen Schritten verbunden ist. Am liebsten würde man alle sofort und gleichzeitig erledigen, allerdings oft ohne eigentlich zu wissen wie. Mit meinem Service möchte ich Gründern und Startups ihre Arbeit erleichtern und Ihnen dabei helfen ein, nach Ihren Bedürfnissen zusammengestelltes, aussagekräftiges Designpaket zu entwickeln, dass die jeweilige Marke oder das Produkt ins richtige Licht rückt. So sparen sie wichtige Zeit und Nerven und erhalten zusätzlich eine ausführliche Beratung sowie ein professionelles Erscheinungsbild, um Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt optimal zu unterstreichen und Ihre Kunden für sich zu gewinnen.

Zusätzlich gestalte ich individuelle und hochwertige Hochzeits- und Einladungspapeterie für alle Kunden, die etwas Besonderes zu feiern haben. Hierbei entwickle ich alle Elemente von der klassischen Einladung bis hin zum kompletten Papeterie-Set und helfe meinen Kunden dabei, ihrer Feier auch optisch einen ganz besonderen, individuellen Charakter zu verleihen. Alles wird optimal auf den Stil der Personen und ihre Feier abgestimmt, liebevoll gestaltet und aus hochwertigen Materialien produziert. So erhält jede Hochzeit oder auch jedes andere Freudenfest mit Sicherheit das gewisse Etwas und die Vorfreude und die Emotionen der Gäste werden so ganz automatisch geweckt.

 

Wie kam es dazu, dass du dich für die Selbstständigkeit entschieden hast?

Nathalie: Nach sieben Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Werbeagenturen und gelegentlichen, nebenberuflichen Freelance-Aufträgen als Designerin, war für mich klar, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Schon direkt nach meinem Kommunikationsdesign-Studium hatte ich den Wunsch, mich irgendwann einmal in diese Richtung zu bewegen und freiberuflich zu arbeiten. Allerdings wollte ich erst einmal ausreichend Berufserfahrung sammeln, bevor ich mich, wie einige meiner Kommilitonen, völlig blauäugig selbstständig mache.

Da ich in meinen Positionen im Bereich Grafikdesign und Art Direction immer viel direkten Kundenkontakt hatte und ich viele meiner Projekte oft sowohl konzeptionell als auch beratend nahezu komplett allein betreuen durfte, wurde mir schnell klar, dass die Kombination dieser beiden Arbeitsbereiche genau mein Ding ist. Ich war teilweise leitende Designerin der mir anvertrauten Projekte, habe andere Dienstleister und Kollegen für Kooperationen ausgewählt und habe die komplette Administration bis hin zur Weiterleitung an die Produktion übernommen. All dies waren wichtige Voraussetzungen, die mir das nötige Selbstbewusstsein für den Schritt in die Selbstständigkeit gegeben haben.

Nachdem ich während meiner bisherigen Laufbahn verschiedene Führungsstile in Agenturen kennenlernen durfte, die leider nicht selten wirtschaftliche Probleme für Agentur und Mitarbeiter sowie ein unangenehmes Arbeitsklima nach sich zogen, war mir irgendwann klar, dass ich mich gerne von solchen Umständen frei machen möchte, um nicht immer wieder die Fehler anderer auszubaden. Zwar habe ich die Zeit im Team immer sehr genossen und sie fehlt mir auch gelegentlich, aber ich bin der Meinung, dass auch das beste Team nur wenig nützt, wenn die Rahmenbedingungen in einem Unternehmen nicht stimmen.

 

Was bedeutet Erfolg für dich?

Nathalie: Erfolg bedeutet für mich, das tun zu können, was ich liebe und davon leben zu können, ohne dass ich mir allzu große Sorgen um die Zukunft machen muss. Als Dienstleisterin spiegelt sich Erfolg für mich außerdem in der Kundenzufriedenheit wieder. Wer mit mir und meiner Arbeit zufrieden ist, der beauftragt mich wieder und empfiehlt mich evtl. sogar weiter. Einen besseren Lohn für die eigene Arbeit gibt es für mich kaum.

 

Wie wichtig ist für dich das Thema „Netzwerken“? Und welche Vorteile siehst du im „Netzwerken unter Frauen“?

Nathalie: Ich finde das Thema Netzwerken sehr wichtig. Es öffnet einem viele Möglichkeiten, wenn man sich in den entsprechenden Personenkreisen bewegt und sich mit Gleichgesinnten austauschen kann, die ähnliche Bedürfnisse und Probleme haben wie man selbst.

Man bekommt dadurch Antworten auf Fragen, die man sich allein nicht beantworten kann oder so vielleicht nie gestellt hätte, man hört interessante Erfahrungswerte, die einem auch für das eigene Business nützen können oder man bekommt konstruktive Verbesserungsvorschläge, die einem helfen, die eigene Selbstständigkeit weiter und besser voranzutreiben.

Außerdem kann mit ein wenig Glück aus dem ein- oder anderen der Netzwerkkontakte sogar ein Auftrag oder eine spannende Kooperation resultieren. Ich denke, wenn man richtig netzwerkt und sich dabei nicht verzettelt oder sich nur noch damit beschäftigt, dann hat man selbst damit eine tolle Möglichkeit in vielerlei Hinsicht erfolgreicher zu werden.

Ich denke, dass das gerade das Netzwerken unter Frauen mir einen besondern Mehrwert bietet, weil Frauen sich erfahrungsgemäß eher zu Gruppen zusammenschließen und sich Ratschläge holen bzw. auch bereit sind diese anzunehmen. Männer versuchen oft alles mit sich selbst auszumachen, was sicher im Einzelfall auch gut funktioniert aber bestimmt wesentlich anstrengender ist. Frauen haben da für mich eine einfühlsamere, aber trotzdem kritische Herangehensweise und können den eigenen Standpunkt besser nachvollziehen, besonders da Männer und Frauen am Markt noch immer sehr unterschiedlich behandelt werden. Das sieht man teilweise schon im Punkto Preisgestaltung. Eine gute Community kann das eigene Selbstbewusstsein und Wissen stärken und einem ein gutes Gefühl geben, um sich auch neben selbstständigen Männern im eigenen Fachgebiet gut zu behaupten. Was aber sicher nicht heißt, dass man sich nicht auch mit Männern vernetzen und austauschen sollte. Manchmal haben sie tatsächlich einen klareren, weniger emotionalen Blick auf die Dinge, der uns Frauen gelegentlich fehlt und uns daran hindert manche Dinge einfach zu machen. Ich glaube daher, dass der Input sowohl von Frauen als auch Männern eine gute Mischung ergeben sollte, damit man sich mit dem eigenen Business gut aufstellen kann.

 

Nenne 3 Dinge, die du als Selbstständige vermisst (und was du dagegen tust).

Nathalie: So richtig vermissen tue ich eigentlich wenig aus meinen bisherigen Tätigkeiten als angestellte Designerin. Das Einzige was mir manchmal wirklich fehlt, ist der Austausch mit anderen, kreativen Kollegen, der gerade bei konzeptioneller Arbeit sehr hilfreich sein kann, wenn es gerade mal irgendwo hakt. Glücklicherweise habe ich aber ein gutes Netzwerk aus Freunden und Kollegen, die in ähnlichen Bereichen tätig sind wie ich und die ich gelegentlich nach ihrer Meinung befragen kann. Zusätzlich habe ich ja jetzt außerdem die Community vom she-preneur insider club sowie einige andere Netzwerke um mich, in denen ich viele Leute mit konstruktivem Feedback finde.

Natürlich ist es abgesehen vom kreativen Auf-sich-gestellt-sein auch nicht immer einfach nicht zu wissen, zu welchem Zeitpunkt man wie viel Einkommen generiert haben wird. Allerdings habe ich meinen Beruf in der Werbebranche auch in Festanstellungen nicht als wesentlich sicherer angesehen, daher ist dies für mich ein verhältnismäßig kleines Problem. Mehrere Jobwechsel aufgrund von finanziellen Engpässen seitens der Unternehmen haben mir dies mit der Zeit gezeigt und die existenzielle Angst, die ich in diesen Situationen teilweise hatte, habe ich ehrlich gesagt als wesentlich schlimmer empfunden. Jetzt bin ich mir dieser finanziellen Herausforderung wenigstens bewusst und ich bin selbst dafür verantwortlich, dass „ der Laden läuft“. Das ist einerseits natürlich schon mit einem großen Druck verbunden, andererseits empfinde ich meine Situation aber auch als große Freiheit.

Am Anfang fand ich es außerdem schwierig, mir eine tägliche Routine zu schaffen, da man im Home-Office natürlich auch selbst für seine Zeitplanung und seinen Rhythmus verantwortlich ist. Inzwischen habe ich das aber ganz gut im Griff und stehe fast jeden Morgen früh auf um schon bei Tagesbeginn einige Kleinigkeiten und E-Mails abarbeiten zu können bevor ich dann mit den größeren Aufgaben des Tages starte.

 

Was möchtest du anderen Gründerinnen/selbstständigen Frauen ans Herz legen und aus deinen bisherigen Erfahrungen mit auf dem Weg geben?

Nathalie: Ich würde vor allem sagen, dass sie sich nicht durch bestimmte Hürden, die Ämter oder andere Institutionen ihnen in den Weg stellen, von ihrem Vorhaben abbringen lassen sollen. Leider musste ich mehrfach feststellen, dass entsprechende Stellen sich nicht immer so kooperativ verhalten wie man es sich erhofft. Prozesse oder Anfragen, die bei anderen mit ähnlichen Voraussetzungen ganz einfach und unkompliziert ablaufen oder genehmigt werden, waren für mich manchmal nur mit sehr viel Geduld und größeren Umständen oder gar nicht erreichbar. Das zehrt an den Nerven, aber leider hängt es auch immer sehr stark von den Personen ab, mit denen man bei so etwas im Einzelnen zu tun hat.

Dank der Unterstützung meiner Freunde und einiger Kollegen habe ich aber auch diese Phasen bisher gemeistert und gelernt, dass es immer einen, wenn auch nicht unbedingt den bequemeren, Weg ans Ziel gibt. Daher mein Rat: Sucht euch Gleichgesinnte, die euch inspirieren und beraten können und schafft euch ein gutes Netzwerk aus Freunden und Kollegen, die euch unterstützen und euch den Rücken stärken, wenn es gerade mal nicht so rund läuft. Was ich gemerkt habe, ist, dass die Gründung eines Unternehmens ein langer Prozess ist. Daran muss auch ich mich gelegentlich immer wieder erinnern, wenn ich wieder mal zu ungeduldig werde. Irgendwann kommen aber die Tage und Momente in denen man merkt wozu all der Aufwand letztlich gut war. Bestimmt.

 

Zu guter Letzt: Verrate uns dein Lieblingszitat und seine Bedeutung für dich. 

Nathalie:

„Growth is painful. Change is painful. But nothing is as painful as staying stuck somewhere you don’t belong.“

– Mandy Hale

Dieses Zitat beschreibt meine Situation sehr gut und wahrscheinlich auch die vieler anderer, die beschließen ihren eigenen beruflichen Weg einzuschlagen. Natürlich ist der Schritt in die Selbstständigkeit ein anstrengendes Unterfangen und bei weitem auch erstmal nicht die bequeme und einfache Lösung, aber ich bin der festen Überzeugung, dass er mich auf Dauer zufriedener machen wird und es auch jetzt schon tut.

Es gibt mir ein Gutes Gefühl mein eigenes Ding machen zu können und es ist für mich auf jeden Fall die bessere Alternative als ewig weiter in Anstellungen festzusitzen, die mich unzufrieden machen und mich dabei ewig zu fragen ob und wie es eventuell mit meinem eigenen Business funktioniert hätte. Ich bin der Meinung, dass das Leben zu kurz ist um die Dinge, die man gerne erreichen und erleben möchte nicht wenigstens zu versuchen.

 

Vielen dank für deine Zeit und die Einblicke in dein Business, liebe Nathalie. Ich bin gespannt, wie sich dein Business weiterentwickelt und wünsche dir viel Erfolg!

 

Wie war es bei dir? Aus welchem Grund hast du dich selbstständig gemacht? Oder bist du noch am überlegen, wie du es am besten anstellst? Hinterlass einen Kommentar und motiviere damit andere. 

Liebe Grüße

Deine Tanja

 

PS: Du willst mehr über die Person hinter she-preneur erfahren? Dann schau hier vorbei.

PPS: Vernetzte dich mit mir und anderen Gründerinnen und selbstständigen Frauen in unserer geschlossenen she-preneur Community auf Facebook.

Bild © Adrian Ballosch

[Shariff]