Ich habe mit der lieben Ella gesprochen und freue mich, dass sie uns ein paar Einblicke in ihr Business gegeben hat. Ella ist Mitglied im she-preneur insider clubBevor wir in das Interview einsteigen, wollte ich von ihr wissen, warum sie sich für den she-preneur insider club entschieden hat. Und das hat sie mir geantwortet:

„Ich lernte Tanja bereits in der Vor-Gründungsphase kennen. Sie rief in ihrer Gruppe zu einem Interview auf und ich meldete mich. Das Gespräch war auch für mich sehr lehrreich, auch wenn es primär darum ging, Tanjas Zielgruppe besser kennenzulernen. Tanja war mir einfach sehr sympathisch und ich mochte die Art, wie sie an ihr Business ging. Als der insider club dann offiziell online ging, war es meine Neugier, die für die Mitgliedschaft sorgte. Ich wollte wissen, was es mit dieser Community auf sich hatte. Ich glaube, zu Beginn wollte ich einfach nur mal für ein paar Wochen reinschnuppern, das Beste für mich herausziehen und mich dann wieder verabschieden. Tja, ich bin geblieben. Fasziniert von Tanjas Art, den tollen anderen Frauen und den vielen Möglichkeiten, habe ich bis heute nicht einmal das Bedürfnis gehabt, wieder zu gehen. Immer wieder werde ich aufs Neue inspiriert, kann meine Sorgen und Nöte besprechen und finde andere, die sich mit mir über Erfolge freuen.“

 

Liebe Ella, welche 3 Eigenschaften beschreiben dich als Person am besten?

Ella:

  1. Neugierig: Der Weg in die Selbstständigkeit war ein langer Prozess. Es war nichts, das ich angestrebt habe. Vielmehr wollte ich, dank selbstständiger Eltern, niemals selbstständig sein. Doch diese neue Welt, die sich da auf einmal auftat, hat mich begeistert. Es bereichert mein Leben. Es macht es schöner und mich glücklicher. Doch am Ende war es die Neugierde, die mich in diese Welt hat eintauchen lassen.
  2. Kreativ: Schon immer habe ich in meiner Freizeit kreativ gearbeitet. Das Ganze kann ich nun auch beruflich. Ob beim Erstellen neuer Texte, einer ganzen Website oder auch bei der Suchmaschinenoptimierung.
  3. Engagiert: Wenn ich für ein Thema brenne, dann engagiere ich mich zu 100 %. Egal, ob es dabei um Kundenwünsche oder die ehrenamtliche Arbeit in einem Verein hier vor Ort geht.

 

Was bedeutet Erfolg für dich?

Ella: Erfolg bedeutet, dass ich so arbeiten kann, wie ich es brauche und will. Ich merke immer deutlicher, dass ich im Kopf so viel freier bin als früher. Ich denke, in dem Moment, in dem ich einfach so meine (unsere) Koffer packen kann um an einem anderen Ort (mit direktem Strandzugang) zu arbeiten, dann habe ich erreicht, was ich mir persönlich erträume.

Beruflicher Erfolg bedeutet zufriedene Kunden, die gerne wiederkommen und mich weiterempfehlen. Ach so: Erfolg bedeutet auch, nicht immer alles „selbst“ und „ständig“ zu machen.

 

Wie kam es dazu, dass du dich für die Selbstständigkeit entschieden hast?

Ella: Hatte ich schon erwähnt, dass ich nie selbstständig sein wollte? 😊

Ich denke, es gab nie den Zeitpunkt, „an dem ich entschied, jetzt selbstständig zu werden.“ Vielmehr war es ein Weg, den ich bereit war, zu gehen. Zunächst startete ich nebenberuflich als Texterin. Schreiben machte mir schon immer Spaß. Ich hatte Talent und einfach viel dazu gelernt. Meinen Kunden gefiel meine Art und ich merkte, dass ich immer mehr in Richtung Marketing ging. Also buchte ich immer wieder Weiterbildungen in diesem Bereich und saugte ganz viel Wissen durch Lesen auf. Gleichzeitig probierte ich immer wieder neue Dinge aus und beriet andere, zunächst kostenfrei, zu Marketingthemen und -strategien. Gleichzeitig hatte ich aber immer eine Festanstellung, zuletzt in Teilzeit. Diese Anstellungen waren jedoch zeitlich befristet. Sie brachten mir nicht die finanzielle Sicherheit, die so eine Festanstellung eigentlich bringen sollte. Mal von der „Mutti-Teilzeit-Falle“ ganz abgesehen, machten mich die Jobs nie lange restlos glücklich. Nach der Geburt meines zweiten Sohns entschied ich mich deshalb, nicht mehr in die Anstellung zu gehen und gründete sichtbar.online. Vor allem war es das Bedürfnis nach weniger Kompromissen (Kind oder Karriere) und der Wunsch danach, zu tun, was ich liebe, der mich gründen ließ. Auch wenn mein beruflicher Weg nicht unbedingt geradlinig war (immerhin kann ich zahlreiche Nebenjobs, zwei Studiengänge und mehrfache Umzüge inklusive Länderwechsel vorweisen), macht er mich eben auch aus. Vielleicht finden auch deshalb meist Kunden zu mir, die ebenso verzweigte Wege gegangen sind.

Schule – Studium – Job, das kann doch jeder. 😊

 

Nenne 3 Dinge, die du als Selbstständige vermisst (und was du dagegen tust).

Ella: Hm, im Grunde vermisse ich nichts. Dank sozialer Medien, Netzwerkveranstaltungen und anderen Business-Kontakten habe ich „Kollegen“ zum Austausch und komme auch mal raus aus meinem Homeoffice. Wenn mir die Decke zu Hause auf den Kopf zu fallen droht, gehe ich ins Co-Work. Was mir, vor allem zu Beginn, manchmal gefehlt hat, waren die 30 Tage Urlaub im Jahr. Die habe ich in der Festanstellung am Anfang des Jahres verteilt und gut war. Heute muss ich selbst dafür Sorge tragen, dass ich genug freie Zeit habe. Es sind jetzt eben nicht mehr ganze Wochen, in denen ich frei habe, sondern immer wieder freie Tage zwischendurch. Es sind eher Urlaubsquickies. Sie laden den Akku auf und sorgen dafür, dass ich kreativ bleibe.

Außerdem fühlt sich selbstständige Arbeit anders an, als angestellte. Diese Fragen hier zum Beispiel beantworte ich, während ich in meinem Garten sitze. Ist das Arbeit? Vermutlich schon. Aber welche, die Spaß macht.

 

Stelle uns dein Business vor.

Ella: Mit : sichtbar.online mache ich andere Unternehmen online sichtbar. Mit der eigenen Website und der passenden Strategie zur Suchmaschinenoptimierung. Zusammen in einem kleinen Team setzen wir Unternehmen und UnternehmerInnen in Wort und Bild in Szene. Wichtig ist mir dabei immer der persönliche Bezug. Ich will wissen, was hinter dem Business steckt. Was die Personen, die es machen, antreibt und ich entwickle Strategien, um das auch nach außen zu zeigen.

Am liebsten arbeite ich mit Unternehmen und UnternehmerInnen mit lokalem Bezug. Für Handwerksbetriebe und Dienstleister, die mehr anbieten als andere; die besondere Dinge herstellen und/oder verkaufen; die vielleicht Dinge anbieten, für die es direkt noch gar keinen Bedarf gibt. Einfach für Menschen, die den Mut haben, den Trampelpfad zu verlassen und neue, eigene Wege zu gehen.

 

Wie wichtig ist für dich das Thema „Netzwerken“? Und welche Vorteile siehst du im „Netzwerken unter Frauen“?

Ella: Vor allem in der Gründungsphase waren es Frauennetzwerke, die mir wichtige Informationen geliefert haben, Ansprechpartner boten und dafür sorgten, dass ich „auf Kurs“ blieb. Frauennetzwerke sind „leiser“ als die der Männer. Man versteht sich, hat meist die gleichen Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen und viele dieser Frauen schaffen den Spagat zwischen erfolgreichem Business und eigenen Bedürfnissen.

Übrigens bin ich auch deshalb so froh, den she-preneur insider club gefunden zu haben, weil darin die gegenseitige Unterstützung grandios ist. Ich konnte schon so einige Kooperationen selbst erleben und finde es fantastisch, dass wir alle zusammenhalten. Auch konnte ich schon die eine oder andere persönlich kennenlernen und muss sagen, das fühlt sich jedes Mal an wie ein Klassentreffen. Irgendwie kennt man sich und fühlt sich nah. Das habe ich bislang noch in keinem anderen Netzwerk so kennenlernen können.

 

Was möchtest du anderen Gründerinnen/selbstständigen Frauen ans Herz legen und aus deinen bisherigen Erfahrungen mit auf dem Weg geben?

Ella: Neben den Basics, wie einem Businessplan, sollten Gründer flexibel sein und sich auch durch Rückschritte nicht verunsichern lassen. Mir selbst (als Frau) hilft auch mal die männliche Sichtweise aufs Business. Denn diese ist meist weniger von Zweifeln geplagt und manchmal auch mutiger (zumindest bei mir). Schaff dir außerdem ein Notizbuch für Ideen an. Hier sammle ich immer alles, was mir an Ideen kommt, vergesse sie so nicht und habe den Kopf doch frei für aktuelle Dinge. Hol dir außerdem Hilfe für Themen, die dir nicht liegen und/oder für die du keine Zeit hast. Das erspart dir in der Regel viel Zeit, die du sinnvoller einsetzen kannst.

Sei professionell. Ein bisschen arbeiten, neben Kindern und Haushalt, geht nicht lange gut. Schaff dir eine Basis (und das muss nicht unbedingt eine 50-Stunden-Woche sein). Auch dein Außenauftritt sollte passen. Du wirst damit nämlich genau die Kunden anlocken, die dazu passen. Ich will damit nicht sagen, dass man sich verbiegen muss. Der Außenauftritt sollte schon zu dir passen. Aber er sollte auch nicht nach „gebastelt“ und „nur für den Übergang“ aussehen.

Zu guter Letzt: Steh ein für deine Wünsche und Bedürfnisse. Vernachlässige sie nicht. Denn nur, wenn du entspannt bist, wenn es dir gut geht, wird es auch deinem Business gut gehen.

 

Zu guter Letzt: Verrate uns dein Lieblingszitat und seine Bedeutung für dich.

Ella: Hm, hier muss ich passen. Stattdessen würde ich lieber einen Leitgedanken mit euch teilen. „Denke groß.“ Das musste ich erst lernen: die eigenen Grenzen im Kopf loswerden und so frei sein für neue Möglichkeiten.

 

Vielen Dank für deine Zeit und die Einblicke in dein Business, liebe Ella. Ich bin sehr gespannt, wie sich dein Business entwickelt und wünsche dir viel Erfolg!

Wie war es bei dir? Aus welchem Grund hast du dich selbstständig gemacht? Oder bist du noch am überlegen, wie du es am besten anstellst? Hinterlass einen Kommentar und motiviere damit andere. 

Liebe Grüße

Deine Tanja

 

PS: Du willst mehr über die Person hinter she-preneur erfahren? Dann schau hier vorbei.

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Bild © Sabine Meeßen