Als mutig habe ich mich nie bezeichnet. Das sagten immer nur andere über mich. Für mich war das nicht so, ich fand es normal. Mit der Norm habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Von meinem Leben wollte ich mehr als einen sicheren Job, Familie und ein Haus mit Garten. Daher entschied ich mich dafür die Welt kennenzulernen. Wohnend, studierend, arbeitend und reisend. So erreichte ich mehr als ich mir jemals erträumt hätte. Heute bin ich selbstständig und habe durch die Selbstständigkeit zu meiner Vision gefunden. Ich möchte anderen Frauen Mut machen für die Selbstständigkeit und ihnen eine Plattform bieten, auf der sie sich mit Gleichgesinnten austauschen können. Frauen gründen immer noch weniger als Männer. Laut dem KfW-Gründungsmonitor liegt der Frauenanteil bei 45 % im Nebenerwerb und bei 39 % im Vollerwerb. Trotz toller Geschäftsideen, trauen sich viele Frauen nicht ihren Traum zu verwirklichen. Das möchte ich ändern. Ich möchte das auch sie erfolgreich werden, sich ihre Träume erfüllen und ihre Chance nutzen sich voll und ganz zu entfalten.

Dieser Blogbeitrag ist meine Bewerbung für den Ergo Blog Award #DeinWeg. Gesucht werden persönliche Geschichten von Selbstverwirklichern und Mutmachern. Und dazu zähle ich mich mal 🙂 Daher bewerbe ich mich und nutze gleichzeitig die Gelegenheit, dir ein bisschen mehr von mir und meinem Weg zu erzählen.

 

Gib dich nicht mit weniger als dem Besten zufrieden.

Schon als Teenager strebte ich nach Freiheit und Unabhängigkeit. Ein USA-Urlaub mit meinen Eltern veränderte mein Leben. Wir besuchten Familie, die vor vielen Jahren in die USA auswanderte. Ich tauchte in eine mir fremde und völlig andere Welt ein. Damals war ich 13 Jahre alt. Für mich war es wie ein Weckruf. In diesem Urlaub wurde mir bewusst, dass das Leben noch andere Dinge bereithält. Mir wurde schnell klar, dass ich aus meinem Leben ausbrechen musste, um mehr zu erreichen als von mir erwartet wurde. Wenn meine Eltern vorher gewusst hätten, welchen Einfluss dieser Urlaub auf mein Leben hat, wären wir diese Reise wahrscheinlich niemals angetreten.

„Ich hab eins gelernt: Wenn du weißt was du willst, dann gib dich nicht mit weniger zufrieden.“

Nach diesem Urlaub fing mein unbändiges Reisefieber an. So ging es zunächst für zwei Sprachkurse nach England und in der 11. Klasse nahm ich an einem Schüleraustausch in den USA teil. Dort blieb ich einen Monat. Anfangs konnte ich mich kaum verständigen, hatte aber eine großartige Zeit und eine tolle Gastfamilie die mich komplett in ihr Leben integrierte. Nach dem Abi ging ich für ein Jahr in die USA. Mein großer Traum war es diese Zeit in Kalifornien zu verbringen. Ich glaubte so fest daran, dass es auch klappte. Meine Eltern fanden meine Entscheidung nicht gut. Was heisst „nicht gut“, sie waren eigentlich dagegen. Sie empfahlen mir zuerst eine Ausbildung bei der Bank machen. Dann hätte ich zumindest was in der Tasche und könnte danach immer noch ins Ausland. Aber erstmal sollte ich was gescheites lernen. Zum Glück war ich damals schon 19. Ich hörte auf mein Bauchgefühl und nicht auf meine Eltern und ging meinen eigenen Weg.

Nach meinem Auslandsjahr in den USA kehrte ich nach Deutschland zurück und fing an zu studieren. Meine Entscheidung fiel auf ein internationales BWL-Studium, fernab meiner Heimatstadt. Die Vorlesungen waren zweisprachig. Ausserdem waren Auslandssemester Pflichtbestandteil des Studiums. Insgesamt verbrachte ich drei von acht Semestern im Ausland. Aus finanziellen Gründen bewarb ich mich für ein Stipendium für die Auslandssemester. Ich steckte viel Zeit in meine Bewerbungsunterlagen und bereitete mich so gut ich konnte auf die Prüfungen vor. Zu meinem Glück erhielt ich beide Stipendien und war unendlich dankbar. Eines brachte mich für 6 Monate nach Südafrika, das andere für ein Jahr nach Mexiko. Heute spreche ich fliessend Englisch und Spanisch.

Im Anschluss an mein Studium arbeitete ich für einen großen Konzern. Dort war ich in ein großes Projekt involviert und unterstütze beim Aufbau einer ausländischen Vertriebsgesellschaft. Ich erarbeitete den Business Case für die Gesellschaft, erstellte Vorstandspräsentationen und begleitete das Projekt von der Planung bis zur Umsetzung. Zwei Jahre lang lebte ich in Malaysia und arbeitete in einem Umfeld, in dem Frauen kaum akzeptiert waren (und noch weniger in der Position auf der ich arbeitete). Dennoch setzte ich mich durch. Damals war ich 25 Jahre und kam frisch von der Uni.

In diesem Job lernte ich extrem viel. Gutes und schlechtes. Ich lernte wie man ein Unternehmen führt und auch wie man es besser nicht führt. Zudem bewegte ich mich in Kreisen, die ich früher für unerreichbar hielt. Ich erschien sogar in der Zeitung. Mit Bild und Name. In Malaysia führte ich ein geniales Leben: Ein tolles Gehalt, eine schicke Wohnung, ein Auto, jeden Tag Sommer und auch ein Freundeskreis war da. Trotzdem gab ich den Job auf. Er wurde mir zu langweilig. Mein Aufgabenbereich hatte sich mit der Zeit verkleinert, es gab mehrere Mitarbeiter, die meine Aufgaben übernahmen und mein Verantwortungsbereich war nicht mehr reizvoll für mich. Ein neuer Weg musste erkundet werden. Für mich ging es nicht zurück nach Deutschland sondern wieder ins Ausland. Erst nach diesem Auslandsaufenthalt ging es zurück nach Deutschland. Seitdem lebe und arbeite ich in Berlin.

Mich begleitete immer Angst.

Trotzdem nahm ich immer all meinen Mut zusammen und hab es „einfach“ getan und mir gesagt, dass ich das schon irgendwie schaffe. Ich sprang ins kalte Wasser gesprungen und malte mir vorab nie die Vor- und Nachteile aus. Es war mein Bauchgefühl auf das ich hörte. Wenn es sich richtig anfühlte, dann habe ich es einfach getan. Bereut habe ich keine einzige Entscheidung.

Auch heute habe ich noch große Träume. Eine Zeit lang hatte ich keine Träume und Ziele und das tat mir ganz und gar nicht gut. Heute weiss ich, dass ich meine Träume brauche, um ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Ohne die Verfolgung meiner Träume fühlt sich mein Leben leer und sinnlos an.

 

Seit Anfang 2013 bin ich selbstständig und liebe es.

Nach vielen erfahrungsintensiven und spannenden Jahren im Angestelltenverhältnis, fasste ich allen Mut zusammen und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Selbstverständlich wurde ich von allen Seiten darüber aufgeklärt, wie unsicher und risikoreich die Selbstständigkeit ist und was es sonst noch für Nachteile mit sich trägt. Und auch Selbstzweifel machten sich immer wieder breit. Ich ignorierte alles und tat es trotzdem. Die Vorstellung mein Leben lang für andere Menschen zu arbeiten erschien mir unmöglich. Es gab auch keine Position auf die ich Bock hatte. Es kam wie es kommen musste. Die Firma für die ich arbeitete entschied sich die Niederlassung in Deutschland zu schliessen. Für mich öffnete sich die Tür zur Selbstständigkeit. Seit Anfang 2013 arbeite ich als Beraterin für Marketing und Strategie. Die Selbstständigkeit war die richtige Entscheidung. Meine Kunden sind toll und die Projekte spannend. Dennoch merkte ich nach gut zwei Jahren, dass es nicht der Job ist, den ich bis an mein Lebensende machen wollte. Zwar verdiente ich gut und konnte mich über nichts beschweren, aber ich sah für mich keinen Sinn in dem was ich beruflich tat. Ich brauchte mehr, ich wollte etwas bewegen, etwas ändern.

 

Mein Weg zur Online-Unternehmerin.

Nach und nach entstand in meinem Kopf eine neue Geschäftsidee. Immer wieder hörte ich, dass andere mich für mutig hielten. Von Kunden und Freunden wurde ich bei Fragen rund um die Selbstständigkeit als Ansprechpartnerin empfohlen. In Beratungsgesprächen schien ich meine Kunden nicht nur fachlich, sondern auch persönlich und mit meiner eigenen Gründungsgeschichte zu überzeugen. Ich motivierte andere Frauen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Nach und nach konkretisierte sich so eine neue Geschäftsidee Idee. Das war im Sommer 2015. Im Januar 2016 begann die Umsetzung und im April 2016 präsentierte ich she-preneur zum ersten Mal der Welt. Innerhalb weniger Monate launchte ich mein erstes digitales Produkt. Seit Oktober 2015 kann ich mich als echte Online-Unternehmerin bezeichnen. Der Weg zur Online-Unternehmerin ging an mir nicht ohne das Überschreiten meiner Komfortzone. Im September drehte ich meine ersten Videos, schaltete mich per Facebook-Live ein und sprach so zu meinen Gruppenmitgliedern, ich hielt mein erstes Webinar und wurde für einen Podcast interviewt. Wie viel Energie und schlaflose Nächte mich diese Herausforderungen gekostet haben, kann ich nicht in Worte fassen. Jede einzelne Erfahrung hat mich aber sehr bereichert und stolz gemacht.

 

she-preneur – die neue digitale Anlaufstelle für Gründerinnen und selbstständige Frauen.

„she-preneur ist eine digitale Plattform für Gründerinnen, Selbstständige und alle Frauen, die mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen – ob online oder offline – und dabei Unterstützung, Inspiration und Motivation brauchen. Mit she-preneur habe ich ein Angebot geschaffen, was ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit selbst gern gehabt hätte.“

Auf she-preneur und dem dazugehörigen Blog erscheinen seitdem wöchentlich hilfreiche, informative und inspirierende Artikel. In meiner geschlossenen Facebook-Gruppe tauschen sich mittlerweile fast 600 selbstständige Frauen aus. Die Frauen teilen ihre Ziele, Erfolge und Arbeitsergebnisse, sie geben Hilfestellung, stellen Fragen oder lassen sich Mut zusprechen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich eine motivierende Community entwickelt, die stetig weiter wächst.

Das Herzstück von she-preneur ist der she-preneur insider club, den es seit Oktober 2016 gibt. Der she-preneur insider club ist ein Mitgliedsbereich für Gründerinnen und selbstständige Frauen, die ihr Business auf die Überholspur bringen wollen. Im she-preneur insider club können Mitgliederinnen auf Erfolgsbooster zu unterschiedlichen Themen zurückgreifen, sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Aktuell beschäftigen wir uns mit dem Thema Zielgruppe. Es gibt Live-Video-Chats in denen ich Fragen beantworte sowie jeden Monat einen einstündigen Planungs- und Zielsetzungsworkshop. Die Frauen haben die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen, ihre Ergebnisse zu teilen und ihre Fragen zu stellen, falls sie an einer Stelle hängen bleiben. Der she-preneur insider club bietet Struktur, Wissen und Support und verbindet darüberhinaus Gleichgesinnte. Denn gemeinsam sind wir stärker!

Mit she-preneur habe ich mir meinen eigenen Traumjob erschaffen und das Schönste daran ist, dass ich andere Frauen motivieren und dabei unterstützen kann es ebenfalls zu tun. Dieses Gefühl und das daraus resultierende, dankbare Feedback bestätigen mir, dass ich auf dem richtigen Web bin. Auch wenn das Ziel noch weit entfernt scheint, die ersten Schritte sind gegangen und das ist ein wahnsinnig geniales Gefühl.

 

Was ich dir noch mitgeben möchte:

Hab Mut! Glaub an dich und höre auf dein Bauchgefühl, du kannst so viel mehr erreichen als du denkst.

 

Begleite mich auf meinem Weg, abonniere meinen Newsletter und folge mir auf meinen Social Media-Kanälen. Trete auf jeden Fall auch meiner geschlossenen Facebook-Gruppe bei für ganz viel Inspiration und Motivation. Hier geht´s lang.

 

Alles Liebe,

Deine Tanja


PS: Du willst mehr über die Person hinter she-preneur erfahren? Dann schau hier vorbei.

PPS: Vernetzte dich mit mir und anderen Gründerinnen und selbstständigen Frauen in unserer geschlossenen she-preneur Community auf Facebook.

 

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