Businessplan schreiben leicht gemacht. Teil 1.

von | Mai 15, 2016 | Gründung, Gründungszuschuss, Tools | 0 Kommentare

Du musst einen Businessplan verfassen? Du weißt noch nicht genau, wie Du starten sollst? Die nichtssagenden Themenblöcke machen Dir Angst? Du suchst nach Tipps oder Vorlagen im Internet? Vielleicht denkst Du auch darüber nach, den Business Plan einfach von jemand anderen schreiben zu lassen? Soviel vorab: Dir geht es nicht allein so.

Für viele Gründer gehört die Erstellung des Business Plans zu den größten Herausforderungen und zu den Dingen, mit denen sie sich lieber nicht beschäftigen. Dabei ist die Erstellung des Businessplans sehr wichtig und hilfreich. Und auch gar nicht so schwer, wie Du denkst.

Mit diesem Artikel möchte ich Dir die Angst vor der Erstellung Deines Businessplans nehmen und Dir zeigen, wie Du schnell und einfach zu einem ersten Entwurf kommst.  Der Inhalt ist umfangreich. Da gebe ich Dir recht. Die Erstellung muss aber nicht schwer sein. Es gibt ein paar Tricks, mit denen Du ruck, zuck zu einem ersten Entwurf kommst, und das ganz ohne den Überblick zu verlieren.

„Es bedarf nur eines Anfangs,dann erledigt sich das Übrige.“

— Sallust

 

Zunächst aber: Warum ist ein Business Plan so wichtig?

Wer den Gründungszuschuss oder Kapital benötigt kommt nicht an der Erstellung eines Business Plans vorbei. Er ist für die Beantragung von Fördergeldern notwendig.

Aber auch sonst, empfehle ich Dir einen Businessplan zu erstellen, wenn Du ein Unternehmen gründen möchtest. Insbesondere dann, wenn Du Dich hauptberuflich selbstständig machen möchtest. Denn Dein Businessplan ist Dein persönlicher Fahrplan für einen erfolgreichen Start und oft auch die ersten 1-2 Jahre nach der Gründung. Er verschafft Dir einen Überblick über alles Wichtige und zwingt Dich dazu Dich intensiv mit Deiner Geschäftsidee auseinanderzusetzen. Du machst Dir Gedanken zu Themen, über die Du sonst nicht nachgedacht hättest. Wie sieht es zum Beispiel mit der Kundenakquise und dem Marketing aus? Wie wirst Du vorgehen? Wie kommst Du an potenzielle Kunden? Kennst Du Deinen Markt, die Nachfrage und den Wettbewerb? Wie sieht es mit den geplanten Ausgaben und Einnahmen aus? Welches Honorar beziehungsweise welche Preise wirst Du verlangen? Realistische Planzahlen geben Dir einen ersten Einblick, ob und wie erfolgreich Dein Unternehmen sein wird. Das kann ganz schön spannend sein. So kannst Du Dir Ziele setzen aber auch noch vor der Gründung erkennen, ob Deine Geschäftsidee Aussicht auf Erfolg hat oder vielleicht doch nicht.

Glaube mir, eine bessere Vorbereitung auf Deinen bevorstehenden Schritt in die Selbstständigkeit gibt es nicht!

 

Warum solltest Du Deinen Businessplan unbedingt allein erstellen?

Du willst Dir eine erfolgreiche Selbstständigkeit aufbauen? Dann schreibe Deinen Business Plan allein. Nur Du trägst Deine Idee im Kopf herum und kannst Sie auch zu Papier bringen. Nutze ein Template, kopiere aber keinen kompletten Businessplan. Auch nicht, wenn es sich um dieselbe Branche handelt. Businessplan-Muster solltest Du nur als Inspiration nutzen. Jedes Unternehmen ist anders, daher solltest Du auch Deinen ganz individuellen Businessplan schreiben.

Wir haben eben bereits über die Vorteile gesprochen. Glaube mir, es gibt tatsächlich keine bessere Vorbereitung auf die Selbstständigkeit als die Ausarbeitung Deines eigenen Businessplans. Ich sage nicht, dass Du Dir keine externe Unterstützung holen sollst. Ich ermutige Dich sogar dazu. Insbesondere dann, wenn Du den Gründungszuschuss oder andere Fördergelder beantragen möchtest. Aber verfasse Deinen Businessplan zunächst allein und bespreche ihn im Anschluss mit einer erfahrenen Unternehmensberatung. Am besten Du vereinbarst vorab ein Informationstermin und entscheidest dann, ob Dir der oder die BeraterIn sympathisch ist und Du Dir eine Zusammenarbeit vorstellen kannst. Informationsgespräche sind in der Regel kostenlos, frage aber sicherheitshalber noch einmal nach, bevor Du ein Informationsgespräch bei einer Unternehmensberatung in Anspruch nimmst.

Die Inanspruchnahme einer individuellen Beratung hat viele Vorteile. Dein Business Plan wird kritisch hinterfragt, Schwachstellen aufgedeckt und auf Plausibilität geprüft. Das ist auf jeden Fall sehr hilfreich, kostet aber natürlich Geld. Dennoch ist eine Beratung eine sinnvolle Investition.

Jetzt zu meinem Tipp:

Erstelle zuerst ein Ideenpapier indem Du die folgenden Leitfragen beantwortest. Nimm Dir einen Themenblock nach dem anderen vor. Markiere Fragen, die Du nicht beantworten kannst und komme später wieder auf diese zurück.  So kommst Du schnell zu einem ersten Entwurf Deines eigenen Businessplans. Im zweiten Schritt kannst Du mit der Ausformulierung beginnen und danach einen Gründungsberater Deiner Wahl hinzuziehen, der dem Businessplan den Feinschliff gibt.

 

Die Themenblöcke und ihre Leitfragen:

Die Gründerin
  • Wer ist die Gründerin?
  • Welche persönlichen, fachlichen und branchenspezifischen Qualifikationen bringst Du mit?
  • Über welche kaufmännischen und/oder unternehmerischen Fähigkeiten verfügst Du?
  • Wo hast Du Deine kaufmännischen und/oder unternehmerischen Fähigkeiten erworben?
  • Unterstützen Dich Deine kaufmännischen und unternehmerischen Fähigkeiten bei der Umsetzung Deiner Geschäftsidee?
  • Warum möchtest Du Dich selbstständig machen?
  • Wo liegen Deine Stärken?
  • Welche Kenntnisse und Fähigkeiten fehlen Dir? Wo brauchst Du Unterstützung? In welchen Bereichen ist eine Weiterbildung notwendig?
Das Unternehmen, die Dienstleistung / das Produkt
  • Wie lautet der Name des zu gründenden Unternehmens?
  • Was ist Deine Geschäftsidee?
  • Was ist das Besondere an Deiner Geschäftsidee?
  • In welcher Branche wirst Du tätig sein?
  • Für welche Rechtsfrom hast Du Dich entschieden und warum?
  • Wann wird das Unternehmen gegründet?
  • Wo wird der Standort des Unternehmens sein und warum?
  • Hast Du schon eine Website, Logo, Briefpapier und Visitenkarten? Falls nein, wann und wie soll damit gestartet werden?
  • Was genau verkaufst Du? Handelt es sich um eine Dienstleistung oder ein Produkt?
  • Welche Einheiten wirst Du verkaufen? Stunden, Stück,…?
  • Zu welchem Honorar bzw. Preisen bietest Du Deine Dienstleistung bzw. Dein Produkt an?
  • Wie lautet Deine Unternehmensvision?
Die Zielgruppe
  • Wer und wo sind Deine Kunden? Sind es Privatkunden oder Geschäftskunden oder beides?
    • Privatkunden: Wohnort, Geschlecht, Alter, Familienstand, Berufsgruppe, Bildung, Einkommen, Interessen ,…
    • Geschäftskunden: Branche, Region, Unternehmensgröße, Unternehmensphase, …
  • Gibt es andere Merkmale, die die Zielgruppen weiter eingrenzen?
  • Was sind die Bedürfnisse/Probleme/Herausforderungen Deiner Zielgruppe?
  • Ist eine Zielgruppe wichtiger als eine andere? Falls ja, warum?
Der Markt
  • Auf welchen Markt möchtest Du Dein Angebot anbieten? Grenze Deinen Zielmarkt so weit wie möglich ein.
  • Welche besonderen Merkmale hat der Markt?
  • Wie groß ist Dein Markt?
  • Wie hat sich der Markt in den letzten Jahren entwickelt? Wie sind die Zukunftsprognosen? Was bedeutet das für Dich und Dein Produkt bzw. Deine Dienstleistung?
  • Welche Risiken gibt es? Welche Herausforderungen gibt es?
Die Konkurrenz
  • Wie viele Anbieter mit einem ähnlichen Angebot gibt es?
  • Wo liegt der Fokus bzw. die Besonderheit der jeweiligen Anbieter?
  • Welches sind Deine wichtigsten Wettbewerber? Welche die direkten und indirekten? Von welchen kannst Du Dir noch eine Scheibe abschneiden?
  • Welche Preise verlangen Deine Wettbewerber? Was sind die Gründe für eventuelle Preisunterschiede?
  • Wie sind Deine Wettbewerber am Markt positioniert? Welche Strategien verfolgen sie? Welche Marketing- und Vertriebsinstrumente werden genutzt?
  • Wie profitabel sind die Wettbewerber? Wie hoch ist deren Auslastung?
  • Was sind die Stärken und die Schwächen Deiner Wettbewerber?
Kundennutzen und Positionierung
  • Wo liegt der Nutzen für den Kunden? Ist er bereit dafür zu zahlen?
  • Warum sollten Kunden unbedingt zu Dir kommen?
  • Was unterscheidet Dich vom Angebot Deiner Wettbewerber?
  • Welche besonderen Qualitäten zeichnen Dich und Dein Unternehmen aus?
  • Welche Alleinstellungsmerkmale hat Dein Unternehmen? Welches ist das Wichtigste?
  • Fasse in einem Satz zusammen, für was Dein Unternehmen steht.
Vertrieb und Kommunikation
  • Wie wirst Du potenzielle Kunden auf Dein Angebot aufmerksam machen?
  • Welche Vertriebskanäle wirst Du nutzen um an Aufträge zu kommen?
  • Welche Zielgruppen sind durch welche Vertriebskanäle erreichbar?
  • Besteht bereits Kontakt zu potenziellen Kunden? Falls ja, wer sind diese und wie wahrscheinlich ist es, dass sie zu Kunden werden?
  • Hast Du besondere Aktionen zum Markteintritt geplant? Falls ja, welche?
  • Welche sonstigen Werbemaßnahmen sind geplant?
  • Wie sieht Dein Zeitplan aus und welche sind Deine Meilensteine für die nächsten 12 Monate?
Abläufe und Organisation
  • Was sind die Kernaufgaben Deines Unternehmens?
  • Wie sind die Abläufe strukturiert? Aus welchen Einzeltätigkeiten setzen sie sich zusammen?
  • Welche unterstützenden Funktionen sind zusätzlich erforderlich? Denke hier insbesondere an die Buchhaltung und die Steuererklärung.
  • Brauchst Du Mitarbeiter? Falls ja, wie viele und welche? Was genau machst Du bei Engpässen? Kann auf andere Freiberufler zurückgegriffen werden?
  • Welche technische Ausstattung und Infrastruktur steht zur Verfügung?
  • Wie wirst Du die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern organisieren?
Ein Blick in die Zukunft
  • Welche Chancen und Risiken gibt es?
  • Welche Faktoren können dazu führen, dass sich Dein Unternehmen besser bzw. schlechter als geplant entwickelt?
  • Welche Risiken gibt es?
  • Wie reagierst Du, wenn die beschriebenen Risiken eintreten? Gibt es einen Notfallplan?
  • Wie willst Du mittelfristig die Anzahl der Kunden erhöhen?
  • Wie willst Du mittelfristig den Umsatz pro Kunde erhöhen?
  • Wie kannst Du Dein Unternehmen in Zukunft ggf. noch weiter ausbauen?

Kein Plan vom Businessplan?

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Super! Den größten und schwierigsten Teil hast Du jetzt geschafft. Jetzt fehlt noch eine Zusammenfassung, die an den Anfang des Businessplans gehört und die Erläuterungen des Finanzteils. Dazu mehr in Teil 2.

Viel Erfolg beim Erstellen Deines Businessplans! Du schaffst das!

Und wenn Du eine Beraterin aufsuchen möchtest, die Dich beim Erstellen von Deinem Businessplan unterstützt, dann schaue Dir doch gerne mein passendes Businessplan Coaching an.

 

Alles Liebe

Deine Tanja


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Hallo, ich bin Tanja Lenke, Gründerin von she-preneur. Ich helfe selbstständigen Frauen und Gründerinnen ein profitables Business aufzubauen, damit sie ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten können, ohne selbst und ständig zu arbeiten.

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